Der BUND reichte Klage gegen die geplanten Renaturierungsmaßnahmen ein

Silbersee ist Streitpunkt

Begutachtung: Anke Schütz (Stellv. Kreisvorsitzende BUND), Heinz Riehl, Frank Schütz (BUND Bevollmächtigter), Bernd Dirks, Heinrich Binzer (Verband Hessischer Fischer) und Gerhard Kesper (NABU Schutzgebietsbetreuer) waren vor Ort. Foto: Quanz

Bromskirchen. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat in der vergangenen Woche beim Verwaltungsgericht Kassel Klage gegen den Landkreis Waldeck-Frankenberg eingereicht. Aus Sicht der Naturschützer wurden bei einer Baumaßnahme im Naturschutzgebiet „Oberer Linspherbach“ beim Silbersee nahe Bromskirchen maßgebliche Vorschriften missachtet.

„Hätte man uns frühzeitig in die Planungen eingebunden und uns erst genommen, wäre es soweit gar nicht gekommen“, so Heinrich Binzer vom Verband Hessischer Fischer gestern bei einem Ortstermin.

Wegen schlechter Wasserverhältnisse soll der Silbersee durch eine Abflachung der Ufer und einer Verkleinerung der Gewässeroberfläche renaturiert werden. „Wir haben nichts gegen die dafür notwendige Verfüllung des Sees am Südufer“, sagt Frank Schütz vom BUND. „Das ist sogar eine ökologische Aufwertung.“ Problematisch sehen die Naturschützer aber die geplante Bachrenaturierung des Linspherbaches. Die Eingriffe in das Gewässerbett und das angrenzende Grünland seien erheblich. Zudem sei das Bodenmaterial aus dem Bachbereich wegen seines hohen Nährstoffgehaltes zur Renaturierung des Silbersees schlecht geeignet. Diese Bedenken haben auch der Naturschutzbund Deutschland und der Verband Hessischer Fischer.

Eine Materialbeschaffung durch Abgrabungen im Naturschutzgebiet dürfe es nicht geben. „Zuvor muss es erst eine Bestandsaufnahme geben und Kartierungen vorgenommen werden. Ohne dieses Vorgehen, können Folgen nicht abgeschätzt werden“, sagt Frank Schütz. Streit gibt es auch bei der Frage, ob der Linspherbach zur besseren landwirtschaftlichen Nutzung der Aue stark begradigt und an den rechten Talrand verlegt wurde. Mit einer Karte aus dem Staatsarchiv will der BUND nun beweisen, dass keine Verlegung stattfand.

Der BUND zeigt sich bereit seine Klage zurückzuziehen, wenn ein zurfiedenstellender Kompromissvorschlag auf den Tisch käme. „Wir wollen auch kein ewiges Hickhack. Mit der Gemeinde als Auftraggeber der Maßnahmen gilt es nun einen gemeinsamen Nenner zu finden“, sagt Heinrich Binzer.

Bürgermeister Karl-Friedrich Frese wollte sich zu dem Sachverhalt auf Nachfrage der HNA nicht äußern und verwies darauf, dass der Landkreis verklagt werde.

Von Florian Quanz

Quelle: HNA

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