Geschäftsführerin der Ederbergland-Touristik geht

Silvia Fries verlässt das Ederbergland

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Immer ein Lächeln für die Touristen hatte Silvia Fries (vorne). Vom Vorstand der Ederbergland-Touristik mit Heinfried Horsel, Claus Junghenn, Dirk Junker, Matthias Schneider, Hendrik Sommer und dem Vorsitzenden Rüdiger Heß (von links) wurde sie mit viel Lob verabschiedet – auch wenn sie noch gut zwei Wochen für touristische Belange zu sprechen ist.

Frankenberg - Abschied aus Hessens touristischem Herzen mit lachendem und weinendem Auge: Silvia Fries ist künftig für den Tourismus in ihrer Heimat Rheinland-Pfalz tätig.

Das Lob ihrer vielen „Chefs“ als Maßstab genommen, muss sich Silvia Fries um ihr Arbeitszeugnis keine Gedanken machen – es dürfte ein überragend Gutes werden. Die Geschäftsführerin der Ederbergland-Touristik verlässt Mitte Februar die Region in Richtung ihrer Heimat und wird zum Abschied mit anerkennenden Worten bedacht.

Vor acht Jahren war die heute 36-Jährige aus Rheinland-Pfalz nach Nordhessen gekommen, direkt nach dem Studium, nur mit einem längeren Auslands-Praktikum in ihrer Vita. „Es war mein erster richtiger Job“, sagt Fries. Und sie verlasse das Frankenberger Land mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ihrer Heimat kommt sie bei der IHK in Trier, wo sie künftig ebenfalls für den Tourismus zuständig ist, deutlich näher. „Aber ich werde viele Menschen vermissen“, gibt sie auch zu. Insbesondere ihre Kollegin Irmgard Baltz und die Paten der vielen Wanderwege nennt sie.

Viel Gutes verknüpfe sie mit der Region. „Als ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen wurde, musste ich erst einmal gucken, wo Frankenberg überhaupt ist. Doch als ich in die Stadt gefahren bin, habe ich sofort gedacht, wie schön es hier ist“, erinnert sie sich. Von vielen Touristen habe sie genau das Gleiche gehört.

Dass so viele Auswärtige von der Schönheit der Region berichten können, ist wohl auch Silvia Fries zu verdanken. Auf die von 27500 auf 32500 gestiegenen jährlichen Übernachtungen in Frankenberg verweist etwa Bürgermeister Rüdiger Heß, Vorsitzender der EderberglandTouristik. Der Touristik-Chefin drückte er sein Lob und seine Anerkennung aus: „Ihre Arbeit ist aller Achtung wert.“

Verein mit Inhalten gefüllt

Silvia Fries, studierte Geografin, hat nach einhelliger Meinung der beteiligten Bürgermeister die Ederbergland-Touristik erst mit Inhalt gefüllt. „Als wir den Verein gegründet haben, hatten wir nur eine Hülle“, erinnert sich der scheidende Battenberger Bürgermeister Heinfried Horsel, der auch eine Bürgerin verliert. Die strategische Entwicklung der Organisation habe von Anfang in Silvis Fries’ Händen gelegen. „Es ist Ihnen auch hervorragend gelungen, Dodenau und Rengershausen mit einzubinden“, spricht er die beiden Luftkurorte an.

Fries selbst nennt als prägendste Aufgabe die Etablierung der Wanderwege mit Zertifizierung als Extratouren und Premium-Wanderwege. Die Extratour „Lindenhardt“ bei Dodenau wurde deutschlandweit auf Platz drei der schönsten Rundwanderwege gewählt, der Ederhöhenpfad ist als Qualitätswanderweg „Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet worden. „Ich möchte das nicht mir zurechnen, aber insgesamt hat die Bedeutung des Tourismus in der Region zugenommen“, blickt sie bescheiden zurück.

Und Silvia Fries sieht für einen Nachfolger noch viele mögliche Betätigungsfelder. Die Nachzertifizierung des Ederhöhenpfads steht an, die Eder-Bike-Tour muss organisiert werden, das Projekt „Ederradweg“ fortgeführt und die in diesem Jahr anstehende Zählung aller Wanderer organisiert werden – „ansonsten sind keine Grenzen gesetzt“, sagt die Geschäftsführerin der Ederbergland-Touristik und lacht.

Wann genau es einen Nachfolger gibt, steht noch nicht fest. Seit einer Woche läuft laut Bürgermeister Rüdiger Heß die Ausschreibung und mehr als ein Dutzend Bewerbungen lägen bereits auf seinem Tisch. „Wir werden eine Vorauswahl treffen und dann die Besten zu einem Gespräch einladen“, erläutert er die weitere Vorgehensweise. Dass das Interesse an dem Job so groß ist, hat für seinen Amtskollegen Claus Junghenn einen logischen Grund: „Es liegt auch an Frau Fries, dass die Stelle so attraktiv geworden ist.“

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