Solarpark Laisa: Zinsen drücken Dividende

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Laden stellvertretend für die Bürgerenergiegenossenschaft ein zum Tag der offenen Tür: Die Vorstandsmitglieder Rainer Zollner (links) und Günter Jakobi am Solarpark in Laisa.

Laisa. Zur wirtschaftlichen Situation des Solarparks Laisa hat der Vorsitzende der Bürgerenergiegenossenschaft, Günter Jakobi, Stellung genommen. Am Sonntag ist Tag der offenen Tür.

Zu einem „Tag der offenen Tür“ lädt die Bürgerenergiegenossenschaft Ederbergland (BEGEB) für kommenden Sonntag, 19. April, ab 11 Uhr in den Solarpark nach Laisa ein.

„Wir möchten allen Interessenten die Möglichkeit bieten, sich umfangreich über die Arbeitsweise, die technischen Details und den Nutzen des Solarparks sowie der Energiegenossenschaft für die Region zu informieren“, sagt der Vorstandsvorsitzende der BEGEB, Günter Jakobi.

Im Vorfeld des Tages der offenen Tür, mit dem die BEGEB weitere Genossenschaftsmitglieder mit entsprechenden Geschäftsanteilen an sich binden möchte, hat der Vorstandsvorsitzende Günter Jakobi einige Fragen der HNA beantwortet.

Das Stammkapital, das bisher von der Summe aller Mitglieder eingezahlt wurde, liegt laut Jakobi „knapp unter 100 000 Euro“. Damit ist die BEGEB noch weit entfernt von dem Ziel, ein Drittel der Investitionssumme einzubringen. Gekostet hat der direkt an der Bundesstraße 253 gelegene Solarpark rund 2,8 Millionen Euro. Möglich geworden war der Bau - kurz vor Ablauf der Frist zum Erhalt einer Einspeisevergütung von 8,92 Cent pro Kilowattstunde - erst dadurch, dass die Firma Krug Energie aus Breidenbach als Investor eingestiegen war.

Keine Kurzfristgewinne 

„Zur Rendite 2015 können wir noch keine Angaben machen, weil die Vorfinanzierungsphase mit der Firma Krug noch läuft und der geplante Rückkauf von einem Drittel der Anlage noch nicht abgeschlossen ist“, sagte Günter Jakobi. Der Vorstandsvorsitzende weist darauf hin, dass Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien „in der Regel nicht auf Kurzfristgewinne ausgelegt sind“. Das sei aber auch nicht Ziel der BEGEB gewesen. Man rechne mit einer Amortisationszeit von „zehn bis 15 Jahren“.

Zur Frage einer finanziellen Beteiligung der vier Kommunen Allendorf, Battenberg, Bromskirchen und Hatzfeld erklärte Jakobi, das jede der vier Kommunen jeweils fünf Geschäftsanteile gezeichnet habe, was pro Kommune einer Investition von 1000 Euro entspricht. „Darüber hinaus sind bisher keine Zahlungen oder Kreditsicherheiten durch die Kommunen geleistet worden“, versichert Jakobi.

„In einigen Jahren werden sicherlich auch Gewerbesteuerzahlungen an die Kommunen fließen“, stellte Jakobi in Aussicht. Derzeit sei das aber noch nicht der Fall.

„Unter einem Dach“ 

Vor dem Tag der offenen Tür machte Jakobi deutlich: „Jeder, der investiert, weiß, dass für Fremdmittel Zinsen anfallen. Das schmälert die Dividende. Jeder Euro, den wir aus der Genossenschaft selbst und nicht durch Bankdarlehen finanzieren, erhöht die Dividendenmöglichkeit. Daher appellieren wir an die Menschen in der Region, sich an der Bürgerenergiegenossenschaft zu beteiligen. Wir haben mit der BEGEB die Chance, regionale Wertschöpfung, dezentrale Energieversorgung, Reduzierung von Kohlendioxid und Bürgerbeteiligung unter einem Dach zu realisieren.“

Quelle: HNA

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