Abbauprogramm für Pfarrer läuft schon seit 2013

Sparkurs der Landeskirche trifft heimische Kirchengemeinden

Waldeck-Frankenberg. Die Evangelische Landeskirche von Kurhessen-Waldeck will bis zum Jahr 2026 rund 50 Millionen Euro einsparen, um angesichts sinkender Mitgliederzahlen auch in Zukunft handlungsfähig zu bleiben.

Dieser Sparkurs hat natürlich auch Einfluss auf die Basis in den zur Landeskirche gehörenden Kirchenkreise und Gemeinden.

Die HNA sprach mit Dekanin Petra Hegmann vom Kirchenkreis Eder über die bevorstehenden Einsparungen. Sie weist darauf hin, dass es angesichts der Einschnitte nicht mehr alle Angebote von der Kinder- bis zur Seniorenarbeit in jeder Kirchengemeinde geben könne. Die Gemeinden müssten aus diesem Grund stärker zusammenarbeiten.

Die Landeskirche Kurhessen-Waldeck hat einen Plan: Um Kosten zu senken, ist ein Stellenabbau von mindestens 25 Prozent in der Kirchenverwaltung vorgesehen. Die Zahl der Mitarbeiter (ausgenommen sind Pfarrer) soll in zehn Jahren von 500 auf 375 sinken. Für die Pfarrer hatte die Kirche bereits 2013 ein Abbauprogramm beschlossen.

Nach ihrem Urlaub äußert sich nun auch Frankenberger Dekanin Petra Hegmann zu den Sparplänen. Dabei wird deutlich: Auch die Gemeinden im Kirchenkreis Eder müssen mit Einschnitten rechnen.

„Wir haben jetzt schon gute Erfahrungen mit regionaler Jugendarbeit. Gemeinsam geht manchmal auch mehr.“

„Wir werden weiter über Einsparungen nachdenken. Das betrifft Pfarrstellen und Gebäude, aber auch weitere Stellen und Arbeitsbereiche“, sagt die Dekanin. „Es wird nicht mehr alle Angebote von der Kinder- bis zur Seniorenarbeit in jeder Gemeinde geben können. Die Gemeinden in einer Region müssen Schwerpunkte setzen und stärker miteinander kooperieren.“ Das führe einerseits zu Einschnitten vor Ort, könne aber auch entlasten, wenn jede Gemeinde nicht mehr alles anbieten müsse.

„Wir haben jetzt schon gute Erfahrungen mit regionaler Jugendarbeit. Gemeinsam geht manchmal auch mehr“, sagt Hegmann und nennt Beispiele: „Die Kirchengemeinde Bad Wildungen und Mandern arbeitet in der Jugendarbeit hervorragend mit den Bad Wildunger Walddörfern zusammen.“ Auch der Zweckverband der evangelischen Jugendarbeit Vöhl sei ein Beispiel dafür, wie mehrere Kirchengemeinden gemeinsam Jugendarbeit betreiben können.

Umdenken ist nötig

Auch mit Blick auf die Unterhaltung kirchlicher Gebäude muss es laut Hegmann zukünftig ein Umdenken geben. „Wenn die Mittel zur Bauunterhaltung weniger werden, müssen sich die Kirchengemeinden andere Finanzierungsmöglichkeiten überlegen und diesbezüglich kreativer werden. Eventuell müssen aber auch Gebäude aufgeben werden“, sagt sie.

Denkbar sei, dass Kirchengemeinden auf Räume in ihren Gebäuden verzichten, diese vermieten und somit Geld für die Unterhaltung generieren. „Aber auch die gemeinsame Nutzung von Gebäuden beispielsweise durch Kirchengemeinden und Kommunen, ist eine Variante“, sagt Hegmann.

Quelle: HNA

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