25 Jahre Naturschutzjugend

Mit Spaß die Natur schützen

Viel Spaß beim Gießen der neu gepflanzten Obstbäume mit Ederwasser, transportiert in einem tschechischen Milchfass, hatten Kinder und Jugendliche im Sommer.

Frankenberg-Röddenau - Wacholderheiden, Trockenrasen, Streuobstwiesen oder Kopfweiden bilden den Biotopverbund Röddenauer Hutungen. Die FZ stellt anlässlich das Naturschutzjugend-Jubiläums einige Naturschutzprojekte vor.

Praktischen Arten- und Biotopschutz mit einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung für Jugendliche und Kinder zu verbinden war das Motiv bei der Gründung der Naturschutzjugend (Naju). Ausgehend von der Betreuung der Röddenauer Schiefergrube mit dem artenreichen Amphibienvorkommen engagierte sich die Gruppe bald nach ihrer Gründung auch für die Landschaft zwischen „Ziegenseite“ und Goldbachtal.

Die Jugendlichen entdeckten mehrere ehemalige Schafhuteflächen mit Trockenrasen und alten Wacholderbeständen, denen die Verbuschung drohte. Mit Motorsäge und Traktor entfernten die Jugendlichen Kiefern von den Flächen, um den sonnenliebenden Pflanzen wieder mehr Licht zu geben. In Zusammenarbeit mit dem Ortsbeirat und der Unteren Naturschutzbehörde entstand ein langfristiges Pflegekonzept, das bis heute durch Schaf- und Ziegenbeweidung umgesetzt wird.

Hunderte Bäume und Büsche

Auf der Diplomarbeit von Naju-Mitbegründer Armin Hirt basierend schufen die Jugendlichen in der Folgezeit viele weitere Biotope und Landschaftselemente, um die Huteflächen „Ziegenseite“, „Hainer Hart“ und „Engeweg“ zu vernetzen. Insgesamt 147 Hochstammobstbäume alter Sorten, rund 200 Meter Benjes-Hecken und mehr als 20 neue Kopfweiden bereichern heute die Landschaft. Viele Jugendliche packten beim Pflanzen mit an und übernahmen Baumpatenschaften, die bis heute Gültigkeit besitzen.

Im „Litzeloch“ buddelten die jungen Naturschützer anlässlich eines Kreiszeltlagers einen Flachwasserteich aus. Dort entstanden durch Eingraben von Stammabschnitten auch neue Kopfweiden. Auf einer Obstwiese legten sie Lesesteinhaufen für Reptilien und Insekten an. Vielen in Erinnerung ist auch das Ausbuddeln von mehr als hundert Meter Drainagerohr zur Renaturierung einer Quelle in den „Hainer Hartwiesen“. Im Bereich des Biotopverbundes wurden vier Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 1,4 Hektar aus Mitteln der Ausgleichsabgabe angekauft. Im Rahmen der Flurbereinigung kommen in diesem Jahr weitere 0,7 Hektar hinzu. Bei der Pflege der Flächen arbeitet die Naturschutzjugend mit Röddenauer Landwirten bis heute zusammen.

Die neuen Biotope wurden durch die Anbringung von Nisthilfen für Vögel und Insekten ergänzt. In einem warmen Eichenwald im Litzegrund stellten die Jugendlichen auch das Vorkommen der Bechsteinfledermaus in Kästen fest. Dort wurden auch Kästen für die bedrohte Haselmaus angebracht.

Beim Jubiläumsfest der Naturschutzjugend am 7. September ab 13 Uhr rund um die Liebfrauenkirche ist auch eine Bus-exkursion zum Biotopverbundprojekt „Röddenauer Hutungen“ im Angebot. Der Bus startet um 14.30 Uhr unterhalb der Kirche.

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