Nach 50 Jahren Wartezeit

Spatenstich für die B 252

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Wetter - Der lang ersehnte Spatenstich zur B-252-Ortsumgehung gestaltete sich anders als erwartet. Denn es setzte viele verbale Ohrfeigen für den hessischen Verkehrsminister Florian Rentsch. Und die kamen vom Vizelandrat des Landkreises Marburg-Biedenkopf Dr. Karsten McGovern.

Der Spatenstich für das erste Teilstück der B-252-Ortsumgehung ist am Montagvormittag von Vertretern der Landespolitik und der Lokalpolitik gesetzt worden - unter Klatschen von Befürwortern und Buh-Rufen von West-Trassenkritikern.

Marburg-Biedenkopfs Landrat kritisierte bei diesem Anlass, dass der Bau des Teilstücks zwischen Wetter und Goßfelden unglücklich sei, weil die Zeitplanungen für die weiteren Teilstücke der Strecke noch völlig offen sind. Er befürchtet, dass das so geschaffene „Provisorium“ die Verkehrsströme in neue Ortslagen ziehe, nämlich nach Sarnau und vor allem Goßfelden. Außerdem kritisierte er, dass der Verkehrsminister Autofahrer künftig mit Warnschildern vor „Radar Abzocke“ warnen will.

Das Warten auf Entlastung von Verkehr wird für viele Anwohner der jetzigen Straße erst einmal weitergehen, denn der erste Bauabschnitt zwischen Wetter und Goßfelden sorgt allenfalls für Abhilfe in Wetter und Niederwetter. Wann die Todenhäuser, Simtshäuser, Münchhauser und Göttinger sich freuen dürfen, steht nach wie vor in den Sternen.

Minister Rentsch zeigte sich zwar entschlossen, die weiteren Bauabschnitte so schnell wie möglich folgen zu lassen, doch konnte er nicht konkreter werden als „zeitnah“ zu sagen. Und: „So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben.“Den Kritikern der Westtrasse rief er entgegen: „Die Menschen, die für die Ortsumgehung gekämpft haben, sind auch Teil der Umwelt, die Rechte haben.“ Zahlreiche Landwirte und Naturschützer hatten sich rund 100 Meter entfernt versammelt, um gegen den „massiven Landverbrauch“ zu demonstrieren.

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