Frankenberg

Spielsucht kostet Job und Freundschaft

- Frankenberg/Haina (gl). Um seine Spielsucht zu befriedigen und Gläubiger zu besänftigen, hat ein 31-jähriger seinen Großcousin um rund 14 500 Euro erleichtert. Während seines Geständnisses am Donnerstag vor dem Amtsgericht Frankenberg bricht der Angeklagte fast in Tränen aus.

„Ja, die Anklageschrift entspricht der Wahrheit“, gibt der Leipziger zu. Er war angeklagt, weil er im Frühjahr 2009 seinen Großcousin, der in einem Hainaer Ortsteil lebt, in mehreren Fällen um insgesamt 14 000 Euro betrogen haben soll. Der Geschädigte schilderte den Vorfall derart, dass der Angeklagte plötzlich vor seiner Haustür gestanden habe, er sei auf der Durchreise. Im Gespräch sei über allerlei geredet worden, auch über Geld und Immobilien. Daraufhin habe der Geschädigte erwähnt, dass er Interesse an einer Wohnung in Leipzig habe. Die könne er besorgen, habe der angeklagte Diplombetriebswirt gesagt, er arbeite bei einer Frankfurter Immobilienfirma.

Wenige Tage später habe er seinen Großcousin kontaktiert. Er habe eine Wohnung, die zur Versteigerung stehe. Der Wert: 50 000 Euro. Der Preis: nur 19 000 Euro. Als Anzahlung brauche er 6000 Euro. Die zahlte der Geschädigte, ebenso wie wenig später noch einmal die selbe Summe wegen entstandener Kosten. Schließlich habe der Angeklagte noch einmal 2500 Euro gefordert: Er habe die Wohnung ersteigert und müsse 14 500 Euro vorstrecken. Zum „Beweis“ legte er eine Urkunde der Immobilienfirma vor. Das Dokument war gefälscht.

Der Angeklagte selbst sagte, er habe im Gespräch mit seinem entfernten Verwandten erkannt, „hier kommst du an Geld“. Er habe damals eine „ganz beschissene Zeit“ durchlebt. 2009 habe er bereits regelmäßig Anrufe, „auch böse Anrufe“, von Gläubigern erhalten. Der Grund: seine Spielsucht.

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