Ellershäuser SV bietet zweimal wöchentlich eine "Ersatz-Kneipe" an

Aus Sportlern werden Gastwirte

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Stefan Ludwig, Steffen Langendorf, Sebastian Lüdde, Peter Hauptführer, Michael Garthe, Alexander van Wüllen, Ralph Schomberg und Kevin Metz (v.l. gegen den Uhrzeigersinn) vom TSV Ellershausen sind überzeugt davon, dass es im Dorf weiterhin eine Kneipe braucht. Deshalb springt der TSV ein und öffnet ab 3. April zweimal wöchentlich das Sporthaus als Treffpunkt. Foto: Andrea Pauly

Frankenau-Ellershausen - Das Bedauern ist groß: Die letzte Kneipe in Ellershausen hatte am Samstagabend zum letzten Mal geöffnet (wir berichteten). Anders als in anderen Orten liegt das aber nicht daran, dass die Gäste ausbleiben - im Gegenteil. Der Bedarf ist da, sagen die Mitglieder des SV.

Das Gasthaus in Ellershausen war nicht nur ein Treffpunkt für die Leute aus dem Dorf. Viele können es sich kaum wegdenken, haben sie sich doch schon als Kinder dort im Sommer Eis gekauft.

In Kahlers Gaststätte trafen sich auch Louisendorfer und Allendorfer - in beiden Dörfern gibt es schon länger keine Kneipe mehr. Außerdem fanden im dortigen Saal Versammlungen von Vereinen, Infoveranstaltungen oder Feiern statt. All das will der SV nun in Eigenregie auffangen - zumindest so weit wie möglich. Deshalb haben sich einige Ellershäuser und Vorstandsmitglieder zusammengetan, um künftig im Sporthaus eine „Ersatzkneipe“ aufzumachen: Ab 3. April gibt es freitags ab 20 Uhr und samstags ab 15 Uhr im Sporthaus Thekenbetrieb.

Auch kleinere Versammlungen sollen dort möglich sein. „Erst mal planen wir vier Wochen auf Probe, um zu sehen, wie es läuft“, sagt Stefan Ludwig vom SV. Klappt alles wie geplant, sollen die beiden Öffnungstage das ganze Jahr über beibehalten werden. Die Umsetzung der Idee sei jedenfalls unproblematisch, sagten die Sportler: Die notwendigen Genehmigungen, etwa für den Ausschank, lägen dem Verein ohnehin vor.

Die Reaktionen aus dem Dorf über die Pläne des Sportvereins waren bisher durchweg positiv, berichtet Ludwig: „Wer davon gehört hat, war begeistert.“

(von Andrea Pauly)

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