Friesensport in Haina

Sportverein lädt zur Boßel-Runde

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Die Hainaer haben am Wochenende ihre Feldwege rund um das Dorf zweckentfremdet: Sie liefen im Gras, weil sie die Wege als große Kegelbahn nutzten. Beim ersten Hainaer Boßel-Turnier traten drei Mannschaften gegeneinander an.Fotos: Patricia Kutsch

Haina (Kloster) - Von Norddeutschland bis nach Haina hat es die friesische Sportart "Boßeln" geschafft. Am Samstag traten Sportverein, Feuerwehr und Kegelclub gegeneinander an und ließen die Kugeln rund um das Dorf rollen.

„Vorsicht! Bahn frei!“, ruft Jonas. Er passt mit seinem Freund Luca genau auf, wohin die Kugeln rollen und markiert die Stellen, an denen sie vom Weg kullern. Die Jungs stehen mit den Männern vom Sportverein, der Feuerwehr und dem Kegelclub auf einem Feldweg oberhalb von Haina. Der Weg ist uneben, hat ein paar Löcher, verläuft aber gerade einen Anhöhe hinab. Axel Fonguard hat die Bossel-Kugel seines Teams in der Hand, richtet den Blick nach vorn, konzentriert sich - und wirft die Kugel mit viel Schwung. „Die läuft gut“, kommentiert ein Mannschaftskamerad begeistert, während alle mitfiebern und dem Verlauf der Kugel genau folgen. Jonas und Luca passen genau auf, aber die Kugel bleibt nach rund 50 Metern auf dem Weg liegen. Das nächste Team ist mit seinem Wurf dran.

Immer wieder konzentrieren, werfen; hoffen, dass die Kugel nicht zu weit vom Weg abkommt oder über eine Kreuzung hinaus rollt - das machen die Hainaer Männer fast drei Stunden lang. Die Strecke für ihr Straßenkegeln ist rund zweieinhalb Kilometer lang und führt einmal rund um das Dorf. Wer die Kugel zu weit in das Feld hinein oder zu hoch wirft, der wird bestraft - und sein ganzes Team gleich mit: Alle sechs Männer eines Teams müssen dann einen Schnaps trinken.

Mehr über das Boßeln in Haina lesen Sie am Montag in der gedruckten Frankenberger Zeitung.

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