Bromskirchen

Spott-Preis für dreiste Produkt-Piraten

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- Bromskirchen (r). Für ihre dreiste Raubkopie wurden die Chinesen mit dem Negativ-Preis „Plagiarius“ ausgezeichnet. Für die Firma Hoppe ist der geistige Diebstahl ein bitteres Kompliment für Qualität und Innovation.

Technik aus Deutschland ist in der Volksrepublik China sehr gefragt - leider scheren sich viele chinesische Unternehmen nicht um geistiges Eigentum und kupfern dreist die deutschen Ideen und Entwicklungen ab. Dann bringen sie mitunter verblüffend echt aussehenden Kopien und Nachahmungen der deutschen Artikel auf den Markt und machen den rechtmäßigen Urhebern quasi mit deren eigenen Produkten Konkurrenz. Seit 1977 gibt es den Negativpreis „Plagiarius“, der jährlich bei der Konsumgütermesse „Ambiente“ an die Hersteller und Händler besonders dreister Plagiate verliehen wird. In diesem Jahr ging er unter anderem an den chinesischen Hersteller Shenzhen Guro Hardware, der ein Produkt der Firma Hoppe kopiert hat: Den Fenstergriff „Atlanta“, ein Sicherheitsgriff, der im Bromskirchener Werk des Unternehmens hergestellt wird.

Die Firma mit Hauptsitz in Stadtallendorf, die Beschlagsysteme und Griffe für Türen und Fenster herstellt, hat leidige Erfahrung mit dem Diebstahl ihres geistigen Eigentums: Schon seit Jahrzehnten werden die Produktformen, Technik und sogar die Marke selbst kopiert. Es war nach 1999 und 2009 bereits der dritte Fall, bei dem ein kopiertes Hoppe-Produkt mit dem „Plagiarius“ ausgezeichnet wurde.

„Zunächst kamen die Fälschungen aus Deutschland und aus Südwest-Europa, seit zehn bis 15 Jahren zunehmend aus Fernost, vor allem aus China, aber auch aus Südkorea“, berichtet das Unternehmen. Es ist in seiner Branche europäischer Marktführer und will als solcher Trends und Standards setzen, was es besonders interessant für Plagiatoren mache: „Die ‚Trittbrettfahrer‘ wollen ohne eigene Anstrengungen und Investitionen absahnen. Da ist es ein schwacher Trost, ein ökonomisch vergiftetes Kompliment, dass nur Gutes kopiert wird“, teilt das Unternehmen zu der Preisverleihung mit.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 18. Februar

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