Schülerinnen der Edertalschule stellten alternativen Kraftstoff aus Microalgen her

Sprung ins kalte Wasser

Die strahlenden Sieger der Edertalschule: (von links) Van Anh Tran, Lehrer Björn Croll, Vanessa Miß und Elisabeth Kinder haben aus Microalgen alternativen Kraftstoff hergestellt. Foto:  Wenzel

Frankenberg. Die Idee, alternativen Kraftstoff aus Algen herzustellen, stammt aus einem Zeitungsartikel: Björn Croll, Chemielehrer an der Edertalschule, hatte ihn gelesen, und seine Schülerinnen Van Anh Tran, Vanessa Miß und Elisabeth Kinder wollten probieren, die Idee umzusetzen. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser, wir wussten nicht was uns erwartet“, sagt Van Anh Tran. Dass dieser Schritt erfolgreich war, wissen die Abiturientinnen jetzt: Die jungen Forscherinnen haben den Nordhessen-Entscheid von „Jugend forscht“ gewonnen (wir berichteten).

Zuerst haben die drei Schülerinnen Recherche-Arbeit betrieben – im Internet und bei Experten von Universitäten. Die erste Aufgabe bestand darin, eine Alge zu finden, die eine große Menge Fett produziert. Denn Fette braucht man, um alternativen Kraftstoff herzustellen. Nachdem diese gefunden wurde – die Microalge Nannochloropsis limnetica – haben sie die Algen in einer bestimmten Salzlösung wachsen lassen. Danach folgte die Ernte der Biomasse, die Algen wurden also getrocknet. „Das klingt einfacher, als es ist“, sagt Björn Croll. Es sei wichtig, effizient vorzugehen, um möglichst viele Fette aus der Algenmasse zu gewinnen.

„Algen sind Zellen, und wir haben versucht, die Zellen zu zerstören, damit wir an die Fette kommen“, erklärt Elisabeth Kinder. Die Schülerinnen haben das Lösungsmittel Hexan dazugegeben, wodurch die Fette gelöst wurden. Hexan verdampft schnell, und so blieben nur noch die Fette übrig. „Die Fette sind öl-artig, man kann aus ihnen genauso Bio-Diesel herstellen, wie man es auch aus Rapsöl macht“, berichten die Schülerinnen.

Die Herstellung des Biodiesels erfolgte an der Universität in Marburg. Dort wurde auch analysiert, ob der Kraftstoff genutzt werden kann. Insgesamt hat die Gruppe zwei Jahre lang an ihrem Projekt gearbeitet.

„Eine interessante Zeit“

Besonders Bedanken möchten sie sich bei Dr. Linne von der Uni Marburg und vor allem bei Björn Croll – beide hätten sie sehr unterstützt, sagen die Mädchen. Das Projekt habe ihnen viel Spaß bereitet, trotz mancher Rückschläge. „Es war eine interessante Zeit. Wir haben viel gelernt“, berichtet Vanessa Miß.

Belohnung bekamen die Mädchen beim Wettbewerb „Jugend forscht“. Zwei Juroren haben sich alle Projekte angeschaut und schriftliche Ausarbeitungen gelesen. Danach standen Elisabeth Kinder, Van Anh Tran und Vanessa Miß als Sieger der Kategorie Biologie fest. „Wir sind sehr stolz.“

Stolz auf seine Schülerinnen ist auch Lehrer Björn Croll: „Das Projekt entspricht keiner Schularbeit, sondern eher einer Arbeit in späteren Semstern an der Uni. Eine Master-Arbeit wurde man zum Beispiel ähnlich angehen.“

Von Lena Wenzel

Quelle: HNA

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