50 Teilnehmer wanderten zu den Höhlen des Schwarzspechts – Förster führte

Auf den Spuren der Natur

Beweis für die Anwesenheit des Schwarzspechts: Michael Hoffmann an einem angefressenen Baumstumpf.

Burgwald. Die Höhlen des Schwarzspechts waren jetzt das Ziel einer Wanderung im Burgwald, die die Aktionsgemeinschaft „Rettet den Burgwald“ organisiert hatte. Dabei entdeckten die 50 Teilnehmer unter der fachkundigen Führung von Förster Michael Hoffmann aus Rosenthal so manches Wunder der Natur, das sonst oft achtlos übersehen wird.

Bei den Hügeln der Waldameise etwa, von denen es am „Bernhardshardt“ aufgrund der Nadelhölzer sehr viele gibt, zeigte Hoffmann die deutlichen Spuren eines Spechtes, dem die emsigen Tierchen als Leckerbissen dienen. Ganz nebenbei erfuhren die Zuhörer, dass die rund 100 000 Ameisen eines Hügels ihren Bau gerne um abgestorbene Baumstümpfe herum errichten und mit den eigenen Körpern das Auskühlen ihrer „Wohnung“ verhindern.

Auch „angefressene“ Baumstämme seien der Beleg für die Anwesenheit eines Schwarzspechts, erzählte der Fachmann. Dazu zeigte er Fichtenzapfen mit Hack- und Nagespuren, die bei entsprechend kümmerlichen Resten auch von Mäusen stammen können.

Der Schwarzspecht baue seine Bruthöhle vorzugsweise in Buchen, informierte Hoffmann. Bei einer Datenerhebung im Jahr 2005 seien im Burgwald 536 Höhlenbäume gezählt worden. Vorzugsweise seien diese in so genannten Altholzinseln anzutreffen, die in Hessen inzwischen allerdings nur noch sehr selten vorkämen. Bäume, die mit einem großen „H“ wie „Horst“ gekennzeichnet seien, dürften im Übrigen wegen der darin befindlichen Höhlen auf keinen Fall gefällt werden.

Warum der Schwarzspecht auch „Zimmermann des Waldes“ genannt wird, erklärte Hoffmann mit 60 in Mitteleuropa nachgewiesenen Tierarten, denen die Höhle als Wohnung und Schutz diene. „Dohlen zum Beispiel sind auf die Spechthöhlen angewiesen“, sagte der Forstbeamte. Zu Gesicht bekamen die Wanderer eine Hohltaube, die mit Kratzen am Baumstamm aus ihrem Morgenschlummer geweckt wurde, und ein neugieriges Raufußkäuzchen, das den Kopf aus der Höhle streckte, um die Störenfriede auszumachen.

Der Schwarzspecht selber ließ sich mit Balzgeräuschen aus dem CD-Player anlocken und umkreiste die Wanderschar, bevor er den Betrug bemerkte.

„Der Habicht ist der größte Feind des Spechts“, erzählte Hoffmann. Damit es ihm nicht gelinge, die Jungen aus der Höhle zu rauben, habe diese stets einen ovalen und damit für den Dieb zu engen Eingang.

Wichtiger Lebensraum

Der Fachmann beantwortete viele weitere Fragen mit großer Sachkenntnis und unerschütterlicher Geduld. Dabei betonte er die Bedeutung des Burgwalds als wichtigstem und unersetzlichem Lebensraum für so manche Vogelart wie zum Beispiel auch den Sperlings- oder den Raufußkauz.

Von Marise Moniac

Quelle: HNA

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