Neue Leuchten für die Ziegenbockstadt

Der Stadt Frankenau geht ein Licht auf

Frankenau - Im gesamten Frankenauer Stadtgebiet erneuert die Energiegesellschaft Waldeck-Frankenberg bis Ostern knapp 400 Straßenleuchten.

Es ist "ein Thema, das Frankenau in ein ganz neues Licht rückt", wie Bürgermeister Björn Brede es ausdrückt - und zwar ein wärmeres. Seit Montag erneuert die Energiegesellschaft Waldeck-Frankenberg (EWF) im gesamten Stadtgebiet die Straßenleuchten; 392 an der Zahl. Statt wie bisher Quecksilberdampflampen kommen künftig Natriumdampflampen zum Einsatz. Die haben ein deutlich gelberes, wärmeres Licht.Das allerdings ist nicht der Grund, warum die Stadt und der Energieversorger ein sogenanntes Contracting vereinbar haben, es geht vielmehr um bares Geld: Die Stadt spart so im Bereich der Straßenbeleuchtung etwa 40 Prozent an Strom ein, bei 176 000 Kilowattstunden jährlich eine Summe von etwa 10 000 bis 15 000 Euro, von rund 48 Tonnen weniger ausgestoßenen Kohlendioxids ganz zu schweigen.

Wirklich auf den Haushalt schlägt das nach Aussage von Brede allerdings frühstens 2015 durch: "So müssen wir kein weiteres Geld in die Hand nehmen", erklärt der Rathauschef den Kniff: In den nächsten Jahren zahlt die Stadt der Energiegesellschaft weiterhin so viel für Betrieb, Wartung und Strom für die Straßenbeleuchtung wie bisher, dafür schafft die EWF die neue und nötige Technik an, übernimmt die Installation - die von einer heimischen Firma ausgeführt wird - und wartet die Masten beim Umbau gleich mit. In 49 Altstadtleuchten lässt die Firma zudem einen neuen Technikblock einbauen, weil es dort nicht mit dem Tausch eines Kopfes getan ist.Für die Stadt ist das praktisch, fließt doch zumindest augenscheinlich kein zusätzliches Geld, obwohl die EWF in den Umbau laut Geschäftsführer Stefan Schaller rund 48 000 Euro investiert. 2015 dann gehen die neuen Natriumdampf-Köpfe auf den alten Masten in das Eigentum der Stadt über und die besitzt fortan eine modernere Technik.

Michael Wichers, zuständiger Planer der EWF, berichtet von weiteren Vorteilen: Das Licht sei eben nicht nur wärmer, sondern durch den neuen Kopf mit eingebauten Reflektoren auch besser auf den Boden gerichtet. Zusätzliche Sicherheit soll dadurch entstehen, dass Kontraste erhöht werden, "Farben sind dafür in dem Licht nicht mehr so gut zu unterscheiden", sagt Wiechers. Sogar eine gewisse Tierschutz-Komponente lässt sich feststellen: Der EWF-Planer berichtet, dass Mücken und andere Insekten von dem wärmeren Licht nicht so stark angezogen würden, wie sonst üblich. Besonders für die Techniker sei das angenehm, die die Anlagen regelmäßig warten und Leuchtmittel wechseln müssen. Etwas mehr als ein Jahr hat es gedauert, seit die Stadtverordneten dem Lampen-Austausch zugestimmt haben. Wichers weiß warum: Weil es keine Karten mit allen Standpunkten von Straßenleuchten in allen Frankenauer Stadtteilen gab, mussten Mitarbeiter des Energieversorgers diese erst erstellen - mit einem Stift und einer Karte in der Hand gingen sie durch die Dörfer. Dafür soll es jetzt schnell voran gehen: "Um Ostern wollen wir alle Köpfe ersetzt haben", erklärt Schaller. Ein genaues Datum lasse sich allerdings nicht nennen. Einige der Pilzköpfe sitzen seit 35 oder 40 Jahren auf ihren Masten, die Schrauben sind angerostet. EWF-Monteur Norbert Görtlitz und Elektroinstallateur Sebastian Mette, die für die Arbeiten zuständig sind, müssen den alten Kopf für ein neues Licht dann regelrecht abschlagen.

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