Zukunft von Battenberg

"Stadt lebt von ihren aktiven Bürgern"

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Professor Alexander Eichenlaub (vorne rechts) überreichte den Abschlussbericht des Projekts „Zukunftssicherung“ an Minister Axel Wintermeyer. Dahinter Bürgermeister Heinfried Horsel (Zweiter von links) und die Sprecher der Arbeitsgruppen.Foto: Mark Adel

Battenberg - Abschlussbericht, aber noch kein Ende der Arbeit: Auch in Zukunft wollen die Arbeitsgruppen Konzepte erarbeiten, um Battenberg attraktiv und lebenswert zu erhalten. Staatsminister Axel Wintermeyer sagte die Unterstützung der Landesregierung bei der Bildung einer Bürgerstiftung zu - ob weitere Fördergelder fließen, ließ er offen.

Die Battenberger haben sich stark am Modellprojekt zur Zukunftsgestaltung ihrer Heimatstadt beteiligt. Und auch in Zukunft wollen sie aktiv mitwirken, die Arbeitsgruppen bleiben nach dem Abschluss des Modellprojekts „Zukunftssicherung“ bestehen. Am Donnerstag wurde der Bericht in der vollbesetzten Burgberghalle vorgestellt.

Unter Anleitung von Professor Alexander Eichenlaub und Studenten der Kasseler Universität hatten Battenberger erarbeitet, wie sie die Stadt attraktiv gestalten wollen. „Eine Stadt lebt von ihren aktiven Bürgern, die sich ein Stück verantwortlich für ihre Gemeinde fühlen“, sagte Bürgermeister Heinfried Horsel am Donnerstagabend dankbar.

Professor Eichenlaub übergab den Abschlussbericht an Horsel und Minister Axel Wintermeyer. Die Ergebnisse aus Battenberg sollen auch übertragbar sein auf die Entwicklung anderer Städte und Gemeinden in Hessen. Horsel betonte, dass es eigentlich kein Abschluss sei: „Die AGs werden ihre Ideen in den städtischen Gremien vorstellen“, sagte er und kündigte einen „intensiven Austausch“ an. Die Mitglieder der Arbeitsgruppen würden zur Weiterarbeit benötigt.

Axel Wintermeyer erläuterte, dass Bevölkerungsentwicklung zunehmend die Lebensbedingungen beeinflusse. „Die Überalterung und die Abwanderung wird sich noch beschleunigen“, sagte er, betonte aber auch: „Der demografische Wandel ist kein Schicksalsschlag."

Mit der Einrichtung einer Lenkungsgruppe hätten die Battenberger deutlich gemacht, „dass es weiter gehen soll“. Das Referat Ehrenamtsförderung in der Staatskanzlei stehe weiter als Ansprechpartner zur Verfügung. „Die Landesregierung wird Sie nicht im Regen stehen lassen.“

Landrat Reinhard Kubat appellierte an das Land, Battenberg in das neue Dorferneuerungsprogramm, das künftig Kommunen als Ganzes und nicht nur einzelne Dörfer umfasst, aufzunehmen. Der Landkreis werde das befürworten.

Die Mitglieder der sechs Arbeitsgruppen wollen ihre Konzepte weiterverfolgen. Über den AGs steht eine Lenkungsgruppe. Vorsitzender ist Altbürgermeister Lutz Klein, sein Stellvertreter Peter Bienhaus. Vertreter der sechs Gruppen stellten am Donnerstag in Kurzform die Ergebnisse ihrer Arbeit vor.

Leerstandsmanagement : Als attraktiver Wohnort könne Battenberg im Wettbewerb bestehen, bilanzierte Martin Wolf. Für die Altstadt haben die Mitglieder ein Leerstandskataster erarbeitet.

Kommunikationshaus: Einen Treffpunkt zur Knüpfung von Kontakten schlägt die Gruppe um Renate Dietz vor. Das Haus soll eine Begegungsstätte für alle Generationen werden, für Gesprächsrunden, Spielgruppen und Arbeitsgemeinschaften. Denkbar sei „vielleicht auch mal ein kleiner Laden“, sagte Dietz, ebenso kulturelle Angebote wie Leseabende.

Jugend: „Die Jugend soll sich ernst genommen fühlen“, sagte Wolfram Mattner. Das führe dazu, dass junge Menschen sich mit ihrer Heimat identifizierten. „Wenn sie ernst genommen werden, haben sie auch ein Interesse, hierzubleiben.“ Ein Jugendbeirat biete die Möglichkeit, eigene Wünsche und Vorstellungen zu entwickeln. Ein Jugendhaus sei etwas, „was in Battenberg wirklich fehlt“, sagte Margit Hübner. Es solle mit dem in Frankenberg vergleichbar sein.

Bauliche Verkehrsmaßnahmen: Die Arbeitsgruppe hatte sich auf die Marburger Straße und die Oberstadt konzentriert. Die Maßnahmen würden „nicht übermäßig viel Geld kosten“, sagte Andreas Salzmann.

„Platz da“: Mit der Gestaltung wichtiger Plätze wie Marktplatz, Hügelchen, Hänsel und Gretel oder der Freifläche an der Burgberghalle hatte sich die Gruppe „Platz da“ befasst.

Wohnen im Alter: Die Mitglieder um Renate Drechsel hatten sich mit altersgerechten Wohnprojekten befasst. Bei einer Umfrage während eines VdK-Treffens hatten 55 Prozent derjenigen, die einen Fragebogen abgegeben hatten, sich bereit für eine Senioren-Wohngemeinschaft erklärt.

Der Abschlussbericht soll in wenigen Tagen auch auf der Homepage der Stadt Battenberg abrufbar sein.

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