Battenberg

Stadt ohne Investor in Zugzwang

+

- Battenberg (da). Es kam überraschend: Dr. Martin Viessmann hat sein Kaufangebot zurückgezogen und ist an der Neuburg nicht mehr interessiert. Die Stadtverordneten hoffen, dass er sich das noch einmal überlegt.

„Die Alternative Veräußerung, die relativ konkret war, besteht nicht mehr“, teilte Bürgermeister Heinfried Horsel am Donnerstagabend in der Burgberghalle mit. Haupt- und Finanzausschuss, Bauausschuss und der Battenberger Ortsbeirat befassten sich dort mit der Zukunft des einstigen Jagdschlosses, das seit knapp 40 Jahren als Rathaus genutzt wird.

Die Neuburg ist seit Langem immer wieder Thema im Parlament. Vor zwei Jahren legte der Marburger Architekt Michael Schneider-Lange ein Konzept zur Sanierung vor. Die Kosten schätzte er auf 2,12 Millionen Euro. Dr. Martin Viessmanns Kaufangebot lag dem Stadtparlament damals schon vor. Doch die Meldung, dass der Interessent nun zurückgezogen hat, erwischte Parlamentarier und Ortsbeiräte auf dem falschen Fuß.

Bürgermeister Heinfried Horsel forderte angesichts der neuen Umstände einen Beschluss zur Sanierung, „weg von der Hängepartie. Die Neuburg sollte auf Grundlage des Gutachtens saniert werden“, forderte Horsel. Die Arbeiten könnten in mehrere Abschnitte untergliedert werden, das Hauptgebäude mit der Verwaltung solle Priorität haben. Schon 2012 könne mit der Planung, 2013 mit der Sanierung des Schlosses begonnen werden, so der Vorschlag des Bürgermeisters.

In den Jahren 2014 bis 2016 könnten die nächsten Abschnitte folgen. Die Denkmalpflege würde die Investitionen mit einem zehnprozentigen Zuschuss unterstützen. „Wir könnten einen Verein gründen, der Spenden akquiriert“, sagte der Bürgermeister und nannte die Sanierung des Frankenberger Rathauses als Beispiel. „Wesentliche Summen“ könnten dadurch aber nicht erwartet werden. Horsel rechnet mit etwas höheren Kosten als veranschlagt: Er hat 2,5 Millionen Euro eingeplant.

Doch dieses Geld hat die Stadt nicht. „Das führt entweder zu einer höheren Neuverschuldung oder wir müssen andere Projekte verschieben oder strecken“, erklärte Bürgermeister Heinfried Horsel. Allerdings müsse die Stadt auch zur „Subs­tanzerhaltung“, also nur für notwendige Arbeiten an der Neuburg, „beträchtliche Mittel“ ausgeben.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 5. November.

Kommentare