Frankenberg

Stadt sucht noch Gartenersatz

+

- Frankenberg (apa). Im Frühjahr den Pflanzen beim Wachsen und Gedeihen zusehen, im Sommer im Grünen sitzen, im Herbst ernten und im Winter selbst eingemachtes Gemüse und Obst genießen: Wer einen Garten hat, profitiert das ganze Jahr davon. Doch nicht jeder Frankenberger, der eine Parzelle möchte, bekommt auch eine.

Viele, die kein Haus mit Garten besitzen, möchten trotzdem gern die Vorteile eines eigenen Fleckchens Land genießen, ihre Freizeit im Grünen verbringen und eigenes Obst und Gemüse anbauen – ob nun aus Gründen der Ökologie, der Sparsamkeit oder einfach des Geschmacks. Für 25 bis 90 Euro im Jahr, je nach Größe und Versicherungen gegen Einbruch und Diebstahl, können sich auch Bewohner von kleinen Wohnungen ohne Grundstück einen Garten pachten. Besonders beliebt sind die Parzellen bei Aussiedler-Familien: Für viele von ihnen gehört die „Datscha“ im Grünen einfach dazu. Schrebergärten sind gefragt in und um Frankenberg.

Dem Neubau der Firma Neuschäfer in der Auestraße sind schon vor einigen Jahren insgesamt 32 städtische Kleingärten zum Opfer gefallen. In den Pachtverträgen sei ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass sie sich im Bereich eines Gewerbegebietes befinden und dass die Verträge zwecks Gewerbenutzung gekündigt werden können, betonte der scheidende Bürgermeister Christian Engelhardt. Von den 32 damaligen Grundstückspächtern sind 26 noch ohne neue Parzelle. Die Stadt habe sich zwar mehrere Grundstücke angesehen, unter anderem am Stadtrand in Richtung Schreufa sowie in Richtung Geismar und am Schnödeweg.

„Nichts davon war geeignet“, sagt Engelhardt. Entweder seien die Grundstücke zu teuer gewesen, weil die Besitzer darauf spekulieren, dass die Flächen irgendwann Bauland werden. Die Grundstückspreise dürfen aber nicht zu hoch sein, sagte er, denn die Kosten für die Erschließung und den Wegebau müssten über die Pacht wieder eingenommen werden. „Und ist die Pacht zu hoch, ist ein Schrebergarten nicht attraktiv.“ In einigen Fällen sei die Erschließung zu kompliziert, andere Grundstücke kämen aus naturschutzrechtlichen Gründen nicht in Frage. In einem Fall sei auch ein Verkaufsangebot zurückgezogen worden. Allerdings räumte der Engelhardt ein, dass die Suche nach neuen Grundstücken für Gärten „nicht Top-Priorität“ gewesen sei.es, dem Amt für Bodenmanagement und mit Interessenten für Gärten geführt worden.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 30. November

Kommentare