Stadt Battenberg will früheres Bordell kaufen

Battenberg. Hinter verschlossenen Türen wurde kontrovers diskutiert: In nicht öffentlicher Sitzung hat sich die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend schießlich dafür ausgesprochen, dass die Stadt von ihrem Vorkaufsrecht für ein derzeit noch bewohntes Gebäude „Auf der Mauer“ in der Battenberger Altstadt Gebrauch macht.

Es geht um ein Gebäude, das vor acht Jahren als „Bordell“ Schlagzeilen gemacht hatte. Damals sollen zwischen fünf und acht Frauen in diesem Haus der Prostitution nachgegangen sein, was die Stadt mit einer Sperrgebietsverordnung unterband.

Viele Battenberger sehen das Haus heute als „Schandfleck“. Wahrscheinlich ist, dass das Gebäude abgerissen würde. Im Rahmen des Projektes „Zukunftssicherung“ hatten Fachleute der Universität Kassel auf die „enge Bebauung“ in diesem Bereich hingewiesen.

Im Ausschuss hatten mehrere Politiker auf die „günstige Gelegenheit“ hingewiesen, das Grundstück für 10.000 Euro zu erwerben und möglicherweise später für eines der angestrebten Demografie-Projekte zu nutzen. Eine solche Gelegenheit komme so schnell nicht wieder, hieß es.

Auf der anderen Seite müsste die Stadt auch etliche andere Häuser aufkaufen, wenn es darum gehe, „Schandflecken“ zu beseitigen, hatte der Dodenauer Ortsvorsteher Wolfgang Stein im Ausschuss argumentiert.

Das Parlament stimmte dem Ankauf des Hauses nun grundsätzlich zu. Zuvor jedoch soll der Magistrat in Erfahrung bringen, ob mit einem solchen Kauf „zusätzliche erhebliche Verpflichtungen“ für die Stadt entstehen würden.

Das gab Stadtverordnetenvorsteher Heinz-Günther Schneider nach dem Ende der nicht öffentlichen Sitzung bekannt. (off)

Quelle: HNA

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