Stadtbrandinspektor: "Brennende Autos explodieren nur in Hollywood"

Frankenberg. Der Autobrand am Dienstagnachmittag in Frankenberg hat gezeigt, wie schnell sich das Feuer im Motorraum ausbreiten kann. Erst durch andere Verkehrsteilnehmer wurde die 49-jährige Fahrerin darauf aufmerksam gemacht, dass aus ihrem Auto Rauch aufstieg.

Innerhalb kurzer Zeit ging der Wagen in Flammen auf. Wie gefährlich ein Autobrand tatsächlich ist, ob ein Feuerlöscher einen Brand löschen kann und wie man sich im Notfall verhalten soll, fragten wir Stadtbrandinspektor Martin Trost.

Herr Trost, kann ein Auto in die Luft fliegen? 

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Martin Trost: Brennende Autos explodieren ausschließlich in Hollywood. Daher besteht kein Grund zur Panik. Heutige Tanks sind sicher gebaut und fliegen nicht in die Luft. Benzinleitungen und der Tank können aber aufplatzen, sodass sich das brennende Benzin über die Straße ergießt. Bei Autos mit Gasantrieb lässt ein Sicherheitsventil das Gas ab. Aber bei direkter Beflammung reicht das Ventil oft nicht mehr aus – dann bricht das Gas brennend aus dem Tank aus. Ein Fahrzeugbrand stellt also immer eine Gefährdung dar.

Wie nahe darf ich einem brennenden Fahrzeug kommen? 

Trost: Ein brennendes Auto ist gefährlich: Reifen, Scheiben und auch die Stoßdämpfer können bei der Hitze platzen. Wir Feuerwehrleute tragen Schutzkleidung und Atemschutz und nähern uns vorsichtig dem Brand. Eine Person in Sommerkleidung in der Nähe eines brennenden Autos hat platzenden Fahrzeugteilen natürlich nicht viel entgegenzusetzen.

Wie viel nutzt ein Feuerlöscher bei einem Fahrzeugbrand? 

Trost: Feuerlöscher sind für so genannte Entstehungsbrände gedacht. Wenn ich also sehe, dass es anfängt zu brennen, kann ich mit dem Feuerlöscher versuchen, den Brandherd zu löschen. Wenn das Auto lichterloh brennt, bringt ein Feuerlöscher nichts mehr. Dann sollte man weitere Löschversuche lassen, da man sich selbst in Gefahr bringt. (kal)

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Von Alexander Koch

Quelle: HNA

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