Närrisches Treiben in Frankenberg

Das Stadtgeschehen unter der Lupe

Die Tanzgarde „Wild Flames“ trat als Security-Team auf.

Frankenberg - Büttenreden, Tänze und Gesang: 380 Besucher und 60 Aktive auf der Bühne haben am Samstagabend mit den Burgwaldnarren Karneval in der vollbesetzten Ederberglandhalle gefeiert.

„Auf ihr Bürger dieser Stadt, zeigt, dass sie nicht nur Narren hat“, rief Bürgermeister Rüdiger Heß in der Bütt den Karnevalisten entgegen. Viele bunte und einfallsreiche Kostüme, Heiterkeit, gute Laune und Gemeinschaftsgefühl vermittelte der Frankenberger Karneval. Die Burgwaldnarren gestalteten ein dreistündiges Programm.

Nach dem Einmarsch des Elferrates mit Oliver Löw an der Spitze eröffneten die Burgwaldfunken in klassischen blau-weißen Kostümen den tänzerischen Reigen. Es folgten die „Grufties“ mit ihrer Theater-, Tanz und Gesangseinlage zu Schneewittchen und den sieben Zwergen. Die „Candygirls“ zeigten Jazztänze in Basketballtrikots, die gemischte Tanzgruppe „Boys and Girls“ begeisterte mit einer „Star-Wars-Show“.

Als Security-Team kamen die „Wild Flames“ im Dunkeln auf die Bühne. Nancy Lange und Jasmin Müller hatten die Tänze einstudiert. Stimmungshöhepunkt war der Auftritt des neuen Burgwalder Männerballetts unter der Regie von Tanja Bossert und Sandra Lauterbach. Als Cheerleader brachten sie die Zuschauer im Saal zum Toben.

Viel Aufmerksamkeit galt den Rednern in der Bütt. Harald Lauterbach glossierte als Rappler das Stadtgeschehen. Von der Bahn-Reaktivierung bis zum Krankenhausdefizit reichten die Themen. Kritik äußerte er auch am Frankenberger Weihnachtsmarkt, am Hundekot in der Stadt oder an der Sperrzeitverlängerung: „Weil Diskos früher schließen müssen, hat Rüdiger beim Nachwuchs verschissen“.

Der Frankenberger Karnevalist feierte am Samstag seinen 67. Geburtstag und bekam nach einem Ständchen auch noch eine Tanzeinlage von „Uschi aus Las Vegas“ alias Timo Maurer und dem Männerballett geboten. Über Risiken und Nebenwirkungen der Karnevalszeit plauderte später Sigi Nakowsky in der Bütt. Auch Bürgermeister Rüdiger Heß stieg im Ratsherren-Kostüm in die Bütt und rief zum Aufbruch auf: „Lasst schöner werden unsere Stadt, damit ein jeder was davon hat. Auf geht’s mit gesundem Streben, wir wollen gemeinsam gut hier leben“.

Die Burgwaldspatzen mit Gerhard Patzer, Karl-Heinz Bornscheuer, Hermi Porsch, Charly Wendt und Frank Leye nahmen die Ereignisse des Jahres 2013 musikalisch „aufs Korn“. Zur Sprache kamen der „Skandal am Bischofssitz, die Blitzer am dem Weg nach Marburg und der Stadthaus-Verkauf. Heidi Charborski war als Rhönrad-Rolle auf dem Weg nach Olympia und wurde von Tochter Sarah auf der Bühne begleitet. Jüngste Karnevalsstars waren Sina Lauterbach und Joelle Bossert mit ihrem Lied „Das schaffen wir doch mit links“. Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt von Bayern-Fan Oliver Löw und Eintracht-Fan Hans-Jürgen Löw, die deftige Sprüche am laufenden Band lieferten. Moralischer Sieger: Der Hesse, der dem Bayern die Lederhose ausziehen ließ.

Nahezu professionell wirkte der Auftritt von Petra, Kim und Jacqueline Messner mit einer Helene-Fischer-Show und Live-Gesang. Vor dem großen Finale sang Daniel Ayora-Escandell „Sie hatte nur noch Schuhe an“, längst zogen lange Polonäsen durch den Saal und die Stimmung kannte keine Grenzen. Die Band mit Michael Zilcher, Kerstin Böttcher und Jörg Gunst knüpfte an und unterhielt mit Tanzmusik bis in die frühen Morgenstunden.

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