Stadtmuseum Battenberg zeigt historische Ofenplatten

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Öfen erzählen „Wärmegeschichten“: Über viele interessante Exponaten und grafisch reizvolle Informationstafeln freuten sich am Sonntag im Stadtmuseum Battenberg (von links) Prof. Helmut Burger, Heinfried Horsel, Annette Viessmann, Elisabeth Skupin und Prof. Martin Viessmann bei der Ausstellungseröffnung. Fotos: Völker

Battenberg. Wie Öfen Körper und Seele erwärmten, das zeigt eine Ausstellung in Battenberg, die am Sonntag eröffnet wurde.

Orte der Geborgenheit und lebensspendender Temperaturen, heimelige Mittelpunkte des bürgerlichen ebenso wie des höfischen Lebens vergangener Jahrhunderte - das waren die historischen Öfen, die im Battenberger Stadtmuseum in den kommenden Wochen „Wärmegeschichten“ erzählen werden.

So lautet das Motto einer Sonderausstellung, die in festlichem Rahmen Bürgermeister Heinfried Horsel im Kreis zahlreicher Gäste eröffnete.

Unter ihnen war auch Prof. Dr. Martin Viessmann, der dafür besonders ausgewählte Exponate aus seiner Sammlung historischer Öfen zur Verfügung gestellt hatte.

„Wir zeigen hier diesmal keine Viessmann-Produkte“, scherzte der Unternehmens-Chef in seinem Grußwort, „sondern dokumentieren Wärmequellen, die von der Beherrschung des Feuers bis hin zur frühen Neuzeit ein Grundbedürfnis der Menschen erfüllten.“

Schau bei Firmenjubiläum

Die Firma habe vor Jahren die Exponate des Deutschen Ofenmuseums übernommen, halte sie aber noch unter Verschluss, mit Ausnahme dieser jetzt ausgewählten Exemplare im Battenberger Stadtmuseum. „Im Jahr 2017 wollen wir dann anlässlich des 100-jährigen Bestehens unseres Unternehmens die gesamte Sammlung zeigen“, kündigte Prof. Viessmann an.

Wie sehr er sich mit seiner Heimatstadt Battenberg identifiziere und wie gern er diesen Beitrag zum kulturellen Leben leiste, hatte der Unternehmer zu Beginn betont.

Den Dank dafür äußerten sowohl Museumsleiterin Elisabeth Skupin, die die professionelle Gestaltung der Ausstellung durch Carsten Lucaßen und sein Viessmann-Team lobte, wie auch Bürgermeister Horsel. „Sie werden von den herrlich gestalteten Ofenplatten begeistert sein“, versprach er den Vernissage-Besuchern.

Mit den erzählend gestalteten eisernen Fünf-Platten-Öfen, für die Künstler wie der „begnadete Frankenberger Formenschneider Philipp Soldan“ die Modeln schnitzten, seien nach der Reformation „eiserne Bibeln und die Kunst“ in die Stuben der Bürger gekommen, die bis dahin noch nicht lesen konnten, erläuterte Prof. Dr. Ing. Helmut Burger.

Er arbeitet auch nach dem Ausscheiden aus der Firmenleitung weiter an der Erforschung der historischen Öfen. „Durch diese Öfen wurden Körper und Seele zugleich erwärmt!“

Burger beschrieb in seiner Ausstellungseinführung, wie aus den ersten „Holzfressern“ allmählich auch geregelte Zirkulationsöfen der Gründerzeit im Sinne nachhaltiger Waldwirtschaft wurden. (zve)

Wie das Thema „Wärmegeschichten“ am Sonntag für alle Sinne präsentiert wurde, das lesen Sie in der gedruckten Montagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

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