Frankenberg

Stadtsanierung: Förderung für Fahrstuhl und Fassade

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- Frankenberg (apa). Das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Hein in der Bahnhofstraße 21 wird innen und außen saniert. Es ist das erste private Projekt, für das Zuschüsse aus der Stadtsanierung fließen. Über das Förderprogramm werden 20 Prozent der Gesamtkosten finanziert.

Es nutzt nichts, sagt Bürgermeister Christian Engelhardt, wenn die Stadt den Landratsgarten und die Bürgersteige in der Bahnhofstraße umgestaltet, die Häuser im Umfeld aber nicht dazu passen. Durch das Stadtsanierungsprogramm stehen Fördermittel zur Verfügung, die den Eigentümern die Entscheidung für eine Sanierung erleichtern können. „Die Bahnhofstraße ist keine schöne Straße. Früher war das mal anders“, klagt der Rathauschef. Genauso sieht es auch Wilhelm Hein, einer von vier Eigentümern eines Wohn- und Geschäftshauses am unteren Ende der Fußgängerzone. „Das Bild in der Bahnhofstraße stellt sich katastrophal dar“, betont Wilhelm Hein. Durch eine umfassende Sanierung des Hauses will die Eigentümergemeinschaft einerseits den Wert des Gebäudes steigern, andererseits das Bild der Bahnhofstraße wieder verschönern. Ein Fahrstuhl, neue Wasserleitungen, eine neue Heizung und eine umgestaltete Außenfassade sollen beide Ziele vereinen. Auch der Hauseingang soll verändert werden: Das derzeit bestehende Vordach wird abmontiert. Die alte Eichentür, die der Großvater von Wilhelm Hein vermutlich selbst angefertigt hat, hat etwa 50 Jahre auf dem Dachboden gelegen. Sie wird überarbeitet und wieder eingesetzt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2012, denn die Fassade soll erst gestrichen werden, wenn auch die Straßenarbeiten vor dem Haus umgesetzt sind (siehe Kasten). Über das Stadtsanierungsprogramm wird ein Fünftel aller Kosten für die Sanierung des Hauses Bahnhofstraße 21 finanziert – auch für jene, die von außen nicht sichtbar sind. Am Mittwoch übergab Christian Engelhardt einen Kooperationsvertrag an Wilhelm und Jürgen Hein, die die Eigentümergemeinschaft vertraten, im Beisein von Vertretern des Planungsbüros NH Projektstadt, Architekt Klaus Thielemann und Bauamtsleiter Karsten Dittmar. „Wir wollen ein Signal setzen, das den Bürgern zeigt: Macht mit, ihr profitiert doppelt“, erläuterte der Frankenberger Bürgermeister. Einerseits würden Wert und Nutzbarkeit der Gebäude durch eine Sanierung steigen. Andererseits entstünden den Eigentümern durch Teilnahme am Stadtsanierungsprogramm steuerliche Vorteile, sagte der Bauamtsleiter Karsten Dittmar. Sie können die Bauprojekte in nur 13 Jahren zu hundert Prozent abschreiben.

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