Ausbau der B?253 zwischen Eifa und der Sackpfeife liegt im Zeitplan

Stahl und Beton für Quellbachbrücke

Ein imposantes Bauwerk ist die Quellbachbrücke, findet auch Bernd Marquardt von Hessen Mobil. Der Abstand zwischen den zwei Widerlagern beträgt 50 Meter. Insgesamt kostet die Brücke 3,5 Millionen Euro. Bislang ist nur ihre Höhe und der grobe Verlauf abzuschätzen. Die beiden Widerlager (siehe Foto unten links) stehen noch wie Pfeiler in der Landschaft. Später wird Erde angefüllt.

Hatzfeld-Eifa - Auf der Bundesstraße 253 zwischen Battenberg und Biedenkopf wird Donnerstag noch mehr Schwerverkehr unterwegs sein als ohnehin: 100 Fahrzeuge befördern rund 800 Kubikmeter Beton zur Baustelle nahe der Sackpfeife. Eines der Widerlager der neuen Quellbachbrücke wird gegossen.

Nasskalt ist es im Wald zwischen Eifa und der Sackpfeife. Doch Bernd Marquardt ist mit den Temperaturen und dem Niederschlag zufrieden. „Wir haben bestes Betonierwetter“, sagt der Mitarbeiter von Hessen Mobil, der die Bauarbeiten in Marburg-Biedenkopf verantwortet. Und darauf hofft er auch für Donnerstag. Denn dann soll das zweite Widerlager der Quellbachbrücke gegossen werden - ein imposantes Bauwerk an der Grenze zu Waldeck-Frankenberg.

Rund 3,5 Millionen Euro kostet allein die Errichtung dieser Brücke, die damit das teuerste und zugleich größte Einzelbauwerk des gesamten Projekts ist. Mit knapp zehn Millionen Euro kalkuliert Hessen Mobil für die insgesamt drei Brücken und den Ausbau des 2,7 Kilometer langen Teilabschnitts der vielbefahrenen Bundesstraße 253, die begradigt und auf wechselweise drei Spuren verbreitert wird (FZ berichtete mehrfach).

Jahrelang hatten sich Politik und heimische Wirtschaft, federführend der Frankenberger Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen (AfK), für den Ausbau dieser wichtigen Verbindung in Richtung Westen ausgesprochen. Denn vor allem in den Herbst- und Wintermonaten zählt der Abschnitt zwischen Eifa und Biedenkopf-Ludwigshütte zu den problematischsten in der Region. Vor allem für den Schwerlastverkehr ist die bergige und kurvige Strecke eine Last. Sobald es schneit, ist die Strecke kaum noch zu passieren, weil Lastwagen an den Steigungsstrecken querstehen. 2015 soll dieses Problem der Vergangenheit angehören.

Alles andere als ein gewöhnliches Bauwerk ist nach Angaben von Bernd Marquardt die Quellbachbrücke mit ihren bis zu 15 Meter hohen Widerlagern. Sie hat eine Spannweite von 50 Metern, ohne Mittelstütze. Eines der beiden Widerlager ist bereits fertig betoniert, der „zweite Brückenpfeiler“, von dem später nichts mehr zu sehen sein wird, weil an den Seiten Erde angefüllt wird, soll Donnerstag betoniert werden.

Sperrung ab nächstem Jahr

15 bis 20 Arbeiter sind dieser Tage damit beschäftigt, die letzten Schaltafeln an- und den Bewehrungsstahl einzubringen. Von drei Betonwerken aus wird die Baustelle übermorgen angefahren. Markus Schneider, der bei Hessen Mobil für die Überwachung dieser Baustelle zuständig ist, rechnet damit, dass die 800 Kubikmeter Beton binnen eines Tages eingefüllt sein werden. „Die Aushärtezeit beträgt etwa sieben Tage“, berichtet Marquardt.

Nach etwa vier Wochen hat der Beton seine Endsteifigkeit erreicht. In etwa einem Monat soll dann mit dem Überbau begonnen werden. „Wir wollen dieses Jahr noch fertig werden.“ Nächstes Jahr stünden dann vermutlich noch Restarbeiten an. Je nach Witterung dürfte die Brücke nahe des Grenzsteins zu Waldeck-Frankenberg dann im Mai fertig sein.

Mit einer Auftragssumme von 1,5 Millionen Euro ist Brückenbauwerk eins kalkuliert - das am Ende der Ausbaustrecke in Richtung Sackpfeife mitten in einer Wiese liegt. Das Fundament ist bereits fertig, noch in diesem Jahr sollen die Widerlager betoniert werden. „Doch unser Fokus liegt jetzt erst einmal auf der großen Brücke.“ Die dritte Brücke, die zwischen den beiden anderen Bauwerken vorgesehen ist, soll im Zuge des eigentlichen Straßenbaus errichtet werden. Denn im Gegensatz zu den beiden anderen Bauwerken liegt sie direkt im Trassenbereich. Eine Vollsperrung ist dafür nötig. Doch die Umleitung bedeutet einen langen Umweg: Der Verkehr muss von Battenberg über die B253 und die B252 in Richtung Marburg, schließlich über die B62 nach Biedenkopf geführt werden.

Hessen Mobil hat sich deshalb dazu entscheiden, den Straßenbau in zwei Etappen zu erledigen. Bauabschnitt eins wird gerade ausgeschrieben. Es ist der Teilabschnitt zwischen dem Abzweig nach Dexbach in Richtung Eifa. Marquardt rechnet nächstes Jahr mit einer Bauzeit von sechs Monaten. 2015 folgt dann der Abschnitt B253 Abzweig Dexbach in Richtung Sackpfeife und Biedenkopf. Brücke eins und zwei haben jeweils eine „lichte Weite“ von 20 Metern, sind also weniger als halb so lang wie die Quellbachbrücke. Die Zufahrt zum Turm auf der Sackpfeife soll für den Verkehr frei bleiben.

„Beim Ausbau der Straße werden die schärfsten Kurven entschärft“, sagt der Mitarbeiter von Hessen Mobil. Bergauf wird es in diesem Abschnitt zwei, bergab jeweils einen Fahrstreifen geben. Enorme Erdmassen werden dafür ab dem nächsten Jahr bewegt: deutlich im sechsstelligen Kubikmeterbereich.

Schutz für Fledermäuse

Doch nicht nur dies ist eine Besonderheit des gesamten Projekts, sondern auch der Aufbau der Quellbachbrücke. An denFahrbahnrändern werden sogenannte Irritationsschutzwände installiert, optisch ähnlich wie die an Autobahnen bekannten Schallschutzwände. „Wir bauen hier in einem umwelttechnisch sensiblen Bereich“, weiß Marquardt und verweist auf Fledermausvorkommen. Die Wände sollen verhindern, dass die Säu-getiere in den Verkehr geraten.

Und auch unterhalb der Brücke kommt naturschutzfachlichen Aspekten besondere Bedeutung zu. „Die Natur soll sich das Stück Land wieder zurückerobern“, erläutert Marquardt. Es bestehen Renaturierungspläne. Und die sehen unter anderem vor, dass die vor dem Bau der Brücke entfernten Wurzeln später wieder eingebaut werden. „Unter der Brücke soll wieder ein Rückzugsraum für Tiere entstehen.“

Von Rouven Raatz

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