Ein Standesamt für fünf Kommunen des Frankenberger Landes

Wird es auch weiter vor Ort geben: Trauungen wie die von René und Michelle Volk in Gemünden. Von links im Uhrzeigersinn: René Volk, Gemündens Bürgermeister Frank Gleim, Frankenaus Bürgermeister Björn Brede, Hainas Bürgermeister Rudolf Backhaus, Carsten Buch vom Ordnungsamt Frankenberg, Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß, Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth und Michelle Volk, mittig Standesbeamtin Heidrun Bock. Foto: Pflug

Frankenberger Land. Für fünf Kommunen im Frankenberger Land soll es ab 2017 nur noch eine zentrale Stelle für Standesamtswesen in Frankenberg geben.

Denn Frankenberg, Haina, Frankenau, Rosenthal und Gemünden wollen die Zusammenarbeit ihres Kommunalen Serviceverbundes verstärken. Was das bedeutet, darüber sprach die HNA mit den Bürgermeistern der Kommunen.

? Wie läuft es jetzt, wenn man zum Standesamt will?

!Momentan bieten die fünf Kommunen Standesamts-Leistungen vor Ort an. Dazu gehören Trauungen und Traugespräche, die Eintragung ins Geburtenregister, Namensänderungen und die Ausstellung einer Sterbeurkunde.

? Warum soll zusammengearbeitet werden?

!Um Kosten zu sparen und Kompetenzen zu bündeln. Fachliteratur, Bürobedarf und EDV für die Standesamtsprogramme müssen dann nicht mehr fünffach vorgehalten werden. Die bisherigen Standesbeamten sollen mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben finden. Oft erledigen sie die Standesamtstätigkeiten nur nebenher. Außerdem; „Schon jetzt beurkundet Frankenberg fast alle Geburten, weil die Kinder im Kreiskrankenhaus, und damit im Standesamtsbezirk Frankenberg, geboren werden“, sagt der Gemündener Bürgermeister Frank Gleim. Auch drei Viertel der Sterbefälle und zwei Drittel der Eheschließungen werden schon dort beurkundet, sagt Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß.

? Was ändert sich für den Bürger?

!Nicht viel. Geburts- und Sterbeurkunden würden fast ausschließlich von Krankenhäusern und Bestattungsinstituten veranlasst, sagt Gleim. „Lediglich für die Anmeldung zur Eheschließung müssen die Bürger noch persönlich beim Standesamt vorsprechen“, ergänzt Heß. Die Beantragung von Urkunden im künftigen Standesamtsbezirk ist in der Regel per Mail oder per Telefon möglich. Der Versand soll nach Vorauskasse der Gebühren postalisch erfolgen.

? Heißt das, Bürger können sich jetzt nur noch in Frankenberg trauen lassen?

!Nein. Es soll auch weiterhin die Möglichkeit der Eheschließung vor Ort geben: „Rosenthal hat mit dem alten Rathaus, Frankenau mit der Schulscheune in Louisendorf und Haina mit seinem Kloster sehr schöne Trauräume, wo weiterhin von den derzeitigen Standesbeamten vor Ort Trauungen durchgeführt werden können“, betonten die Bürgermeister Hans Waßmuth, Björn Brede und Rudolf Backhaus. Weiterhin sollen mögliche Trauorte und -zeiten in Zukunft auf den Internetseiten der Kommunen abrufbar sein und beim Traugespräch sich eine Fotomappe anschauen können, um zu entscheiden, wo sie sich trauen lassen wollen.

? Wann soll das Projekt beginnen?

!Starten soll das Projekt am Anfang des Jahres 2017. Die Bürgermeister hoffen auf den Beginn zum 1. Januar, spätestens jedoch zum 1. April. Vorher müssen allerdings noch zeitnah die notwendigen politischen Beschlüsse in den fünf Kommunen sowie bei der zuständigen Standesamtsaufsicht einzuholen. „Momentan ist die Verwaltung in Frankenberg mit der Prüfung der Zusammenführung der Datenbestände der fünf Standesämter befasst“, sagt Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß.

Quelle: HNA

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