Bottendorf

Startschuss für die DGH-Sanierung

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- Burgwald-Bottendorf (jos). Bereits seit Anfang des Monats ist das Dorfgemeinschaftshaus gesperrt. Die Ausschreibung für die Sanierungsarbeiten läuft, in den nächsten Tagen wird der Gemeindevorstand die Aufträge für die einzelnen Gewerke vergeben.

Nur wenige öffentliche Bauvorhaben im Frankenberger Land sind so lange und so heftig diskutiert worden wie die Sanierung des Bottendorfer Dorfgemeinschaftshauses. Immer wieder ist Architekt Adam-Willi Finger beauftragt worden, Einsparvorschläge zu erarbeiten. In den nächsten Tagen fällt nun endlich der Startschuss für die Renovierung.

Bis Ende April nächsten Jahres sollen die ersten beiden Bauabschnitte fertig und das DGH wieder nutzbar sein. Pünktlich zum „Tanz in den Mai“, den der Jugendposaunenchor im Zuge des Bottendorfer Dorfjubiläums organisiert.

Als Erstes sollen die Heizungs- und die Lüftungsanlage ausgetauscht werden, erläutert Architekt Finger. Außerdem erhält das Gebäude neue Fenster. Dringend notwendig ist zudem die Sanierung des Daches – derzeit stehen in dem Gebäude mehrere Eimer, die von der Decke tropfendes Wasser auffangen.

Ebenfalls noch in diesem Jahr sollen die alten Sanitäranlagen abgebrochen werden. Deren Erneuerung wird genau wie der Austausch von Heizung und Lüftung durch das Konjunkturprogramm des Bundes gefördert. Insgesamt entlastet der Zuschuss aus Berlin die Gemeindekasse um rund 60 000 Euro, erklärte Bürgermeister Lothar Koch. Das sei auch der Grund, warum der zweite Bauabschnitt vorgezogen wird.

Rund 340 000 Euro fließen zudem als Zuschuss vom Land Hessen in die DGH-Sanierung. Unterm Strich rechnet Architekt Finger mit Kosten von knapp einer Million Euro für die ersten beiden Bauabschnitte. Die dienen einzig dem Erhalt des Gebäudes – optisch und funktional wird sich zunächst fast nichts ändern. Einzig die von vielen Bottendorfern gewünschte Rampe von der Küche auf den Parkplatz hinter dem DGH soll gebaut werden, sie dient gleichzeitig als zusätzlicher Fluchtweg.

Den schnöden Charme eines Bauwerks aus den 70er-Jahren wird das DGH zunächst wohl behalten, erst in einem dritten Bauabschnitt könnte es um Verschönerungen und eine Verbesserung der Funktionalität gehen. Doch der kommt laut Bürgermeister Koch frühestens im Jahr 2011 – vorausgesetzt das Gemeindeparlament stimmt zu.

Für die Zeit bis zur Fertigstellung der ersten beiden Bauabschnitte haben die Bottendorfer Vereine indes ein mehr als würdiges Ausweichquartier für ihre Veranstaltungen gefunden: In der Ausstellungshalle der Treppen- und Stahlbaufirma Ernst auf der gegenüberliegenden Straßenseite hat erst kürzlich der TSV ein großes Fest gefeiert, am Wochenende lädt der Männergesangverein dorthin zu seinem traditionellen Herbstkonzert ein.

Die Stühle aus dem Dorfgemeinschaftshaus seien derzeit im August-Winnig-Heim zwischengelagert, erklärte Bürgermeister Koch. Mit der Kirchengemeinde sei abgesprochen, dass das evangelische Gemeindehaus in der Zeit der DGH-Sanierung auch für das Kaffeetrinken nach Beerdigungen genutzt werden könne. Wenn das DGH ab Mai 2010 wieder nutzbar ist, werden „Bauspuren hier und da zu sehen sein“, erklärte Finger. So oder so wird es bei Feiern in dem 1972 errichteten Gebäude allerdings auch im nächsten Jahr weiterhin auf eine gute Dekoration ankommen. Worauf sich die Bottendorfer allerdings bereits in dem Jahr ihres Dorfjubiläums freuen dürfen, ist eine neue Pergola neben dem Haupteingang. Sie soll laut Finger bereits im zweiten Bauabschnitt entstehen und nach draußen an die bisherige Verwaltungsaußenstelle der Gemeinde anschließen. Weil die geschlossen wurde und laut Bürgermeister Koch auch nicht wieder geöffnet werden soll, könnte der Raum künftig separat für Feiern genutzt werden – in Kombination mit der neuen Pergola möglicherweise demnächst eine gute Alternative für kleinere Familien- und Vereinsfeiern.­

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