Niederländischer Investor stimmt mit Bürgermeister Heß letzte Details ab

Startschuss für das „Frankenberger Tor“

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So könnte das „Frankenberger Tor“ bei Nacht aussehen: Investor TenBrinke und die Stadt haben am Freitag die Fassadengestaltung beraten. Zeichnungen: TenBrinke

Frankenberg - Der Schnee ist geschmolzen, die Abrissbagger sind bestellt. Nach Ostern, spätestens Anfang Mai, soll der Bau des seit fast einem Jahrzehnt diskutierten Einkaufszentrums im Kreuzungsbereich der Siegener und der Röddenauer Straße beginnen. Die offizielle Erklärung durch die Stadt steht noch aus.

Die jahrelange Hängepartie hat nach WLZ-FZ-Informationen ein Ende: Die Gebäude auf dem Balzer-Raiffeisen-Areal nahe dem Bahnhof werden ab April, spätestens ab Anfang Mai abgerissen. Binnen eines Jahres soll auf dem mehr als 16000 Quadratmeter großen Gelände an der Siegener Straße das Einkaufszentrum „Frankenberger Tor“ errichtet werden.

Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits im vergangenen Sommer mit ihrer Beschlussfassung zur Änderung des Bebauungsplanes und zum städtebaulichen Vertrag final „grünes Licht“ gegeben. Im November erteilte dann der Landkreis die Abriss- und Baugenehmigung für das 28-Millionen-Euro-Projekt. Doch erst Anfang März klärte Investor TenBrinke mit einigen Grundstückseigentümern die allerletzten Vertragsmodalitäten.

Schriftliche Erklärung

In die Feinabstimmung ist die Geschäftsführung der niederländischen Investoren-Gruppe am vergangenen Freitag auch mit Bürgermeister Rüdiger Heß gegangen. Im Stadthaus wurden fast drei Stunden lang Verabredungen getroffen ? und vor dem Stadthaus war nach WLZ-FZ-Informationen sogar der symbolische Startschuss zu sehen: Auf dem Obermarkt ließ sich der Bürgermeister mit den Projektentwicklern fotografieren. Dass in diesem Frühjahr der Bau des „Frankenberger Tores“ tatsächlich beginnt, will Heß in Papierform und nicht persönlich erklären. Für die nächsten Tage kündigte er eine Pressemitteilung an. Heß lehnt den Bau des Zentrums bekanntlich ab. Dies hatte er bereits in seinem Wahlkampf erklärt und seine Einschätzung, dass ein „Frankenberger Tor“ der Innenstadt schade, auch seit der Amtsübernahme mehrfach bekräftigt.

Auf WLZ-FZ-Anfrage am Montag wollte sich Heß nicht zu dem Termin am Freitag und der Klärung der letzten offenen Fragen äußern. Bis Dienstagabend befand sich die von der Stadtverwaltung verfasste Erklärung in Abstimmung mit TenBrinke. Für eine offizielle Auskunft standen auch die Projektentwickler nicht zur Verfügung - mit Verweis auf die Absprache mit der Stadt.

Thematisiert wurden nach Informationen unserer Zeitung am Freitagvormittag unter anderem die Materialien, die beim Bau des Einkaufszentrums verwendet werden sollen. Auf der Agenda standen außerdem das Farb- und Werbekonzept.

8600 Quadratmeter Verkaufsfläche

Über die konkrete Vermietung des knapp 12?000 Quadratmeter großen Zentrums wurde, wie berichtet, bereits in den vergangenen Monaten Einvernehmen erzielt. Auf etwa 8600 Quadratmetern sollen Waren verkauft oder Dienstleistungen angeboten werden. TenBrinke legte der Stadt alle geschlossenen Mietverträge zur Genehmigung vor. Ankermieter ist die Rheika-Delta-Warenhandelsgesellschaft in Melsungen, die den „Herkules“-Markt von der Röddenauer Straße in das neue Gebäude in der Siegener Straße verlegen wird. Ein zweite große Fläche belegt Rheika-Delta mit dem „Technik-Partner“, der bislang in der Straße Auf den Weiden beheimatet ist. Weitere Großflächen mieten die Drogeriekette „Rossmann“ und Schuh-Discounter „Deichmann“. Vertraglich gebunden haben sich unter anderem „Ernsting’s family“ „Mister und Lady Jeans“ sowie ein Handy- und ein Friseur-Geschäft. Für den Abriss der Gebäude im Stadtsanierungsgebiet, die zum Teil aktuell noch vermietet sind, hat TenBrinke nach Informationen unserer Zeitung zwei bis drei Monate vorgesehen. Für den Neubau ist ein Zeitrahmen von etwa einem Jahr geplant. Mit der Eröffnung des Zentrums ist Mitte 2014 zu rechnen.

Am Bau beteiligt werden nach Auskunft von Projektentwickler Jens Greguhn heimische Betriebe. „Wir haben zu vielen Firmen aus der Region Kontakt aufgenommen und entsprechende Verhandlungen für die Vergabe von Bauleistungen geführt“, erklärte er im Dezember. Einige dieser Unternehmen hätten in der Vergangenheit schon für TenBrinke gearbeitet.

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