Frankenberg

Startschuss für die Rathaus-Sanierung

- Frankenberg (jos). Den ersten Gerüstbock am zehntürmigen Rathaus haben am Montag Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt und Dr. Klaus Waskowiak vom Verein „Lebendige Altstadt“ aufgestellt.

"Auf dass wir mit dem Erbe unserer Stadt gut umgehen“, sagte Engelhardt nach dem symbolischen Startschuss für die Rathaus-Sanierung und erhob sein Sektglas. Nach den ursprüglichen Plänen des Bürgermeisters hätten die Arbeiten an dem Frankenberger Wahrzeichen schon zu dessen Jubiläum im vorigen Jahr abgeschlossen sein sollen. Doch der Beginn der Sanierung verzögerte sich, unter anderem weil Zusagen von Zuschüssen zunächst auf sich warten ließen und eine erste Ausschreibung aus Sicht der Stadt zu teure Angebote hervorbrachte.

150 000 Euro aus Spenden

Umso größer war bei Engelhardt und Waskowiak gestern die Freude darüber, dass die Sanierung nun endlich los geht. Monatelang hatte Waskowiak als Aktivposten des Vereins „Lebendige Altstadt“ Spenden für die Sanierung gesammelt. Insgesamt 150 000 Euro steuert der Verein zum Erhalt des zehntürmigen Rathauses bei. In gleicher Höhe beteiligen sich der Bund, das Land Hessen sowie die Stadt Frankenberg an der Finanzierung. Mit Geld von der Sparkassen-Kulturstiftung soll der Treppenturm für rund 60 000 Euro restautriert werden.

Unterm Strich stehen somit 660 000 Euro zur Verfügung. Ob das Geld allerdings tatsächlich für die umfassende Sanierung ausreicht, wird sich zeigen. Vom Innenraum aus sind die ersten Gefache bereits freigelegt worden. Und just an der Stelle, wo die Handwerker mit ihrer Arbteit begonnen haben, sind die Holzbalken extrem geschädigt. Teilweise ist durch Feuchtigkeit in den Wänden bereits soviel Holz weggeschimmelt, dass Balken an ihrem unteren Ende nur noch weniger als die Hälfte ihrer ursprünglichen Stärke haben.

Kostenfaktor Gerüst

Ein großer Kostenfaktor bei der Sanierung sei das Gerüst. „Wir müssen an alle Türme und an das Dach rankommen“, erklärte Architekt Michael Schneider-Lange. Insgesamt vier Wochen werde es dauern, bis der untere Teil des Rathauses komplett eingerüstet ist. Weiter oben soll das Gerüst dann um das Gebäude herum „wandern“.

Sämtliche Schieferplatten sollen von der Fassade abgenommen werden und wenn nötig erneuert werden. Vor allen Dingen auf dem Dach und an den Türmen zeigt die Schiefereindeckung laut Gutachtern starke Verwitterungserscheinungen „mit deutlichem Materialverlust“, wie die Stadt mitteilt. Auch ein Teil der Dachschalung soll ausgewechselt werden. Am Dachstuhl sollen Zimmerleute zudem Holzreperaturen ausführen.

Schirn bleibt nutzbar

Wegen Schäden durch Feuchtigkeit soll das Sichtfachwerk der Fassaden und das Fachwerk in der Rathausschirn restauriert werden. Trotz der Arbeiten könne die Schirn allerdings weiterhin genutzt werden, betonte der kommissarische Bauamtsleiter Karsten Dittmar. Die Handwerker arbeiten immer nur in einem Teil, der dann durch einen Baustellenzaun gesperrt wird. Der Wochenmarkt der Landfrauen kann also weiterhin im Rathaus stattfinden. Und auch beim Kneipenfestival „Nightgroove“ kann am 17. April trotz Baustelle in der Rathausschirn gefeiert werden.

Abschluss in vier Monaten

In rund vier Monaten sollen die Arbeiten nach den Plänen des Architekten und der Stadt bereits beendet sein. Nur tageweise können in diesem Zeitraum das Trauzimmer nicht genutzt werden. „Wir weichen dann in das Haus am Geismarer Tor aus“, erklärte Engelhardt. Abgeschlossen werden die Sanierungsarbeiten mit einem neuen Anstrich der Fachwerkfassade.Spendernamen verewigen

Zu seinem 500. „Geburtstag“ im vorigen Jahr strahlte das Frankenberger Wahrzeichen zwar noch nicht in neuem Glanz. Doch durch die verspätete Sanierung bietet das zehntürmige Rathaus in diesem Sommer wohl auch 501 Jahre nach seinem Bau einen Anlass zum Feiern. Damit auch die Nachwelt eines Tages erfährt, dass die Sanierung durch zahlreiche Spenden untersützt wurde, will Engelhardt eine Liste aller Spender und Unterstützer in eine Kapsel stecken und die in die Wand einarbeiten lassen.

Kommentare