Interview mit Stefan Rötzel von der Uni Kassel

Klima ist ein Kinderspiel - Vorlesung für Schüler

Stefan Rötzel

Frankenberg. Es ist ein ambitioniertes Ziel: Kindern innerhalb von 80 Minuten den Klimawandel zu erklären. Während der Kinder-Vorlesung, die am Donnerstag in Frankenberg stattfindet, versucht Dozent Stefan Rötzel von der Uni Kassel das trotzdem.

 „Es ist wichtig, so früh wie möglich zu sensibilisieren“, sagt er im HNA-Interview.

Herr Rötzel, ist Klimawandel nicht ein komplexes Thema?

Stefan Rötzel: Ja, das Klimasystem ist hochgradig komplex und die Klimaveränderungen sind ein Anzeichen des globalen Wandels. Es geht bei der Vorlesung also nicht nur um das Problem Klimawandel, sondern auch darum, mit welchen Ideen wir zukunftsfähiger, umweltbewusster, sozial gerechter und nachhaltiger leben können.

Und das sollen Kinder begreifen können?

Rötzel: Ich versuche in der Vorlesung, die Kinder einzubeziehen. Ich frage dann erst einmal, was sie schon mal über den Klimawandel gehört oder im Fernsehen gesehen haben. Das sind meist nur Fragmente, etwa, dass Eismassen in der Arktis schmelzen und die Eisbären betroffen sind. Aber die Zusammenhänge sind ihnen nicht so bewusst, etwa, dass das auch auf unsere Lebensweise zurückzuführen ist. Ich versuche, dann Brücken zu bauen.

Wie machen Sie das?

Rötzel: Indem ich anschauliches Material mitbringe, spielerisch mit ihnen arbeite. Ich versuche dieses ernste Thema einfach und mit Spaß zu vermitteln. Wichtig ist, so so früh wie möglich zu sensibilisieren statt Horrorszenarien auszumalen.

Verunsichert der Klimawandel die Kinder denn?

Rötzel: Ich versuche das zu verhindern, indem ich ihnen erkläre, dass es ja langweilig wäre, wenn alle Probleme auf der Welt schon gelöst wären. Treibhausgas ist kein Feind, sie müssen keine Angst davor haben. Aber sie sollen nachvollziehen können, dass es zukünftig wichtig ist, etwas dagegen zu tun.

Können Sie dazu ein Beispiel nennen?

Rötzel: Zum Beispiel machen die Kinder ein Experiment, bei dem ein Luftballon voll mit Treibhausgas entsteht. Sie lernen dann, dass durchschnittlich jeder Deutsche pro Tag 5000 Ballons davon erzeugt. Sie erfahren, dass Ökosysteme wie Bäume und Ozeane CO2 zwar speichern können – aber dass es länger als einen Tag dauert, oft sogar mehrere Jahrzehnte. Sie merken also, dass mehr Treibhausgase erzeugt werden als aufgenommen und umgewandelt werden können. Gleichzeitig werden Ökosysteme wie die Regenwälder zerstört.

Das vollständige Interview lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeinen.

Von Nora Sonnabend

Quelle: HNA

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