Patrick Döring im Steinbruch

Aus dem Steinbruch Lehren ziehen

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Der Steinbruch von Ulrich Mütze (Zweiter von rechts) war Ziel eines Unternehmensbesuchs der liberalen Kandidaten und Abgeordneten Elias Knell, Wiebke Reich, Björn Sänger, dem Generalsekretär Patrick Döring und Dennis Majewski (von links).

Frankenberg/Dainrode - In Anzug und Lederschuhen über Geröll: FDP-Politiker gewinnen Einblick in die Arbeitswelt von Ulrich Mütze.

Möglich, dass sich aus dem Besuch eines Steinbruchs viel lernen lässt für ein Politikerleben: Wie hart muss ein Stein sein, wenn er eine sinnvolle Verwendung kriegen soll? Wo sind solche harten Steine zu finden? Und wie sind selbst die härtesten Brocken durch Ausdauer und Kraft kleinzukriegen - so klein, dass sie schließlich auf der Straße landen?

Es mögen Lektionen sein, die sich ein ganze politische Karriere lang auszahlen. Besonders, wenn die Karriere noch jung ist. So mag es kein Zufall gewesen sein, dass Elias Knell, Dennis Majewski, Wiebke Reich und Björn Sänger mit dem Generalsekretär der Bundes-FPD, Patrick Döring, den Steinbruch der Firma Heinrich Mütze besucht haben. Keiner von ihnen ist älter als 40 Jahre.

Sänger und insbesondere Döring haben schon politische Karriere gemacht. Knell, Reich und Majewski streben sie an: Sie kandidieren für den Land- beziehungsweise den Bundestag. Ihre politische Karriere weitgehend abgeschlossen haben hingegen die lokalen FDP-Granden Heinrich Heidel, Siegfried Franke und Herbert Lay. Sie sind für die aufstrebende Generation Vorbilder - und für heimische Unternehmer wie Firmeninhaber Ulrich Mütze begehrte Ansprechpartner. Sie bereichern die liberale Entourage im Dainroder Steinbruch.

Zusage an Handwerker

Mütze ist bei diesem Besuch weniger an der Beschaffenheit des Steins gelegen, als an der liberalen Bundes- und Landespolitik. „Wie stehen Sie zu der steuerlichen Absetzbarkeiten von Handwerker-Rechnungen?“, fragt er provokant die Mitglieder einer Partei, die bekanntlich für den Abbau von Subventionen eintritt, gelegentlich aber das Gegenteil erreicht - Stichwort: Mehrwertsteuernachlass für die Hotelbranche. Beim Thema Handwerkerrechnung zeigt sich Döring hart wie der Stein im Bruch: „Wir sollten sogar darüber nachdenken, das auszubauen“, sagt er schlagfertig.

Bislang können Privatpersonen von Handwerkerrechnungen jährlich bis zu einer Summe von 6000 Euro jährlich 20 Prozent absetzen - auf die reinen Arbeitskosten. Der Generalsekretär erklärt, dies sei ein gutes Instrument gegen die Schwarzarbeit, schränkt aber umgehend ein: „Das wird sehr schnell ganz teuer“ - ein Wahlgeschenk will er offensichtlich nicht machen.

Interessiert zeigt er sich von Ulrich Mützes Modell des „Steinbruchs als Fieberkurve“: „Obwohl überall gebaut wird, merken wir, dass wenig los ist“, erklärt der Unternehmer. Oft werde derzeit nur oberflächlich etwas gegen Schäden getan - Arbeiten, die kaum Nachfrage im Bruch erzeugten. „Wenn wir nicht auch das Bauunternehmen hätten, wäre es schon schwierig“, sagt er.

Und plädiert vor den möglichen künftigen Landes- und Bundespolitikern auch dafür, die Probleme des demografischen Wandels anzugehen. Das nämlich sei das wahre Problem des ländlichen Raums. Ein harter Brocken.

von Malte Glotz

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