Mobiles Planetarium aus Eisenach in der Kellerwaldschule zu Besuch

Sternstunde in der Schule

Machte den Tag zur Nacht: Ulf Krauße zeigte (von links) Melina Kirchhainer, Jill Tönges, Malia Siegfried, Ester-Karoline Metz, Hanna Trompell, (vorne) Tim Bartl und Lena Seiwert die wichtigsten Sternbilder und Planeten im Kuppelzelt. Foto: Sonnabend

Frankenau. Mitten am Tag zauberte Ulf Krauße den Schülern der Kellerwaldschule eine sternenklare Nacht in die Turnhalle. Er nahm die Kinder 45 Minuten lang in seinem mobilen Planetarium mit auf eine Reise in das Weltall. Dessen unvorstellbare Größe beeindruckte die Schüler.

„Es gibt 88 Sternbilder – das sind so viele, wie es Tasten an einem Klavier gibt“, veranschaulichte Krauße ihnen die Ausmaße des Universums. Dazu mussten die Schüler zunächst durch den dunklen Tunnel eines Kuppelzeltes, das Krauße in der Turnhalle der Kellerwaldschule aufgebaut hatte, kriechen. Dann konnten sie es sich auf Kissen bequem machen und in den auf die Zeltdecke projizierten Himmel schauen. So entspannt hatte sich das Lena Seiwert nicht vorgestellt, erzählte die Neunjährige. Und auch ihre Mitschülerin Ester-Karoline Metz hatte anderes erwartet; „Ich dachte da stehen ganz viele Stühle. Ich wäre gerne länger im Zelt geblieben.“

Nah an der Natur

Krauße stellte den Kindern die acht Planeten und die wichtigsten Sternbilder vor: „Alle Sternbilder kann sich sowieso niemand merken.“ Aber zum Beispiel kennen die Kinder jetzt den Orion, den großen und den kleinen Wagen und wissen, wie sie den Polarstern entdecken können.

Krauße arbeitet in seinem Planetarium ohne aufwendige Animationen und Videos. „Das gefällt mir nicht, ich möchte möglichst nah an der Natur bleiben.“ Außer den Sternen ist es im Zelt also stockduster. „Das ist wichtig, es dürfen keine anderen Lichtquellen da sein, sonst kann man zum Beispiel den kleinen Wagen nicht sehen.“

Nach einer Reise durch die Jahreszeiten zeigte Krauße den Kindern wieder Sterne – diesmal den Himmel, der im Moment am Abend über Frankenau zu sehen ist. „Wir übertreiben es eigentlich im Planetarium, so würde der Himmel nur aussehen, wenn keine Wolken da wären“, erklärte er den Schülern.

„Ich arbeite gerne mit Grundschülern, weil sie so offen sind.“

Ulf Krauße

Beeindruckend fanden sie den Anblick trotzdem. Die unterschiedlichen Konstellationen der Sterne in jeder Jahreszeit hat Sophia Battefeld besonders gut gefallen: „Das war richtig toll, wie sich alles verändert hat.“ Im Jahr 2010 hat Ulf Krauße sein Hobby zum Beruf gemacht und tourt seitdem mit seinem mobilen Planetarium selbstständig durch ganz Deutschland. „Ich arbeite am liebsten mit Grundschülern zusammen, denn sie sind wunderbar offen, da entsteht fast immer ein Dialog.“ Ihn überrasche auch immer, wie viel die Kinder schon über das Weltall wissen,

Finanziert vom Förderverein

Diese Erfahrung hat auch Schulleiterin Susanne Weber gemacht: „Das ist ein Thema, das die Kinder total fasziniert.“ Gerade naturwissenschaftliche Themen seien normalerweise schwer zu veranschaulichen. Deshalb sei sie froh, dass der Förderverein der Kellerwaldschule den Besuch des Planetariums aus Eisenach ermöglicht hat.

Von Nora Sonnabend

Quelle: HNA

Kommentare