Ergebnisse der Hatzfelder Bürgermeisterwahl

Stichwahl zwischen Schärer und Junker - Video

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Hatzfeld - Aus Fünf wurden Zwei: Ralf Schärer von der Bürgerliste Reddighausen und Dirk Junker von der Bürgerliste Hatzfeld haben sich im ersten Wahldurchgang gegen Eckhard Wenzel von der SPD, Oliver Zissel von der Bürgerliste Holzhausen und Werner Keller von der CDU durchgesetzt und stehen am 18. November in der Stichwahl um das Amt des Hatzfelder Bürgermeisters. Die Wahlbeteiligung beträgt 76,6 Prozent.

Junker punktete vor allem in der Kernstadt, wo er 72,3 und 65,5 Prozent der Stimmen holte. Schärer setzte sich in seinem Heimatort Reddighausen durch und erreichte mit 67,2 Prozent der Stimmen dort sein bestes Wahlergebnis.Zissel gewann den Wahlbezirk Holzhausen mit 54,6 Prozent der Stimmen - dort ist er Ortsvorsteher.

Unter dem Strich steht nach dem ersten Wahldurchgang folgendes Ergebnis: Dirk Junker verbuchte 777 Stimmen, 41,1 Prozent, gefolgt von Ralf Schärer mit 573 Stimmen und 30,3 Prozent. Auf den Plätzen folgen Oliver Zissel mit 194 Stimmen und 10,3 Prozent, Werner Keller mit 187 Stimmen und 9,9 Prozent sowie Eckhard Wenzel mit 160 Stimmen und 8,5 Prozent.

Außergewöhnlich gut war die Wahlbeteiligung. Von den 2484 Berechtigten gingen 1903 auch zur Urne. Die Wahlbeteiligung liegt somit bei 76,6 Prozent. Die ersten Ergebnisse lagen um 18.12 Uhr vor: Bereits den Briefwahlbezirk gewann Junker mit 44 Prozent deutlich, gefolgt von Schärer mit 28,4 Prozent.

„Wir sind Konkurrenten, aber wir führen einen fairen Wahlkampf, das ist gut gelaufen. Am 18. werden wir sehen, wer der Sieger ist“, sagte Schärer am Abend. „Ich hoffe, jetzt noch die Stimmen der SPD und CDU in Reddighausen zu gewinnen“, sagte er – und will auch in den anderen Orten noch punkten. „Vielleicht machen wir nochmal einen neuen Flyer oder bieten Ortsgespräche an. Und wir müssen gucken, dass wir einige Stimmen aus Hatzfeld vielleicht doch noch auf meine Seite bekommen.“

„Ich war mir relativ sicher, dass es zu einer Stichwahl kommt“, bilanzierte Dirk Junker. Und er habe auch auf sich und Ralf Schärer getippt. „Ich habe gesehen, dass Ralf für mich der maßgebliche Konkurrent sein wird, wenn ich es selbst in die Stichwahl schaffe“, sagte Junker. „Es war klar, wie Reddighausen votiert“. Es sei bei der Stichwahl in zwei Wochen alles offen. Junker setzt bei der Stichwahl auch auf Reddighausen.

Die Stimmen der im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Bewerber:

Zissel sieht es ganz sportlich: Als guter erster Verlierer präsentierte sich Oliver Zissel am Wahlabend. „Die Wähler haben demokratisch entschieden, so ist das in Ordnung.“ Insgesamt erreichte der Bewerber der Bürgerliste Holzhausen 194 Stimmen und somit 10,3 Prozent der Wählerstimmen. Sein bestes Ergebnis verbuchte der Finanzwirt, der beim Finanzamt in Korbach beschäftigt ist, mit 54,6 Prozent in seinem Heimatdorf, wo er auch Ortsvorsteher ist. „Ich bin froh, dass ich in Holzhausen so viele Stimmen erreicht habe. Das hat mir die Möglichkeit gegeben, immerhin Platz drei zu erreichen.“ Enttäuscht, die Stichwahl letztendlich doch deutlich verpasst zu haben, sei er nicht. „Ich sehe das ganz sportlich, so wie meine Mitbewerber das auch gesehen haben. Wir haben einen fairen Wahlkampf geführt, es kann nur einer gewinnen. Und das soll der Wähler am 18. November entscheiden.“

Keller: „Es sah sehr gut aus“: Völlig konsterniert war CDU-Kandidat Werner Keller, für den 9,9 Prozent der Wahlberechtigten stimmten. „Ich hätte schon etwas mehr erwartet.“ Denn in den vergangenen Tagen hätte es für ihn sehr gut ausgesehen. Alle Leute, mit denen er gesprochen habe, hätten ihm erklärt, „dass ich gut im Rennen liege“. Deshalb habe er auch keine Erklärung für das Ergebnis, und „man wird es auch nicht rauskriegen“. Sein bestes Resultat verbuchte der Christdemokrat in Reddighausen, wo er 15,5 Prozent der Stimmen einsammelte. Mit sich ist Keller jedenfalls im Reinen: „Wir haben das Möglichste getan, mehr kann man nicht tun.“ Er bedanke sich bei allen, die ihn gewählt hätten, und „vor allem bei meinen Helfern“. Schärer und Junker wünsche er viel Erfolg, „denn sie müssen jetzt ja noch zwei Wochen weiterkämpfen“.

Wenzel: „Mehr als 
enttäuschend“: Aus seiner Gemütslage machte Eckhard Wenzel keinen Hehl. „8,5 Prozent sind mehr als enttäuschend.“ Das Ergebnis sei eine eindeutige Sache, „da müssen wir gar nicht weiter diskutieren“, gab der Sozialdemokrat zu Protokoll. „Ich habe mit wesentlich mehr gerechnet.“ Am Bekanntheitsgrad dürfte es nicht gelegen haben, immerhin ist der Reddighäuser Stadtbrandinspektor. Gemeinsam mit dem Ortsverein werde er die Wahl analysieren und Erklärungen suchen, „woran es gelegen haben könnte“. Denn eigentlich ist Hatzfeld eine SPD-Hochburg: auch der scheidende Amtsinhaber Ermisch ist ein Genosse. Die Mitbewerber Schärer und Junker seien mit Vorschusslorbeeren gestartet. „Bei Schärer ist die Sache klar, weil er schon ein paar Jahre im Parlament ist.“ Junker werde es aber schwer haben. Eine Wahlempfehlung gibt Wenzel nicht ab.

Abgegeb.Stimmen Schärer (BLR) Wenzel (SPD) Junker (BLH) Zissel (BLH) Keller (CDU)
Bezirk Stim. % Stim. % Stim. % Stim. % Stim. %
Hatzfeld I 394 45 11,4 25 6,3 285 72,3 4 1,1 35 8,9
Hatzfeld II 380 50 13,2 31 8,2 249 65,5 15 3,9 35 9,2
Eifa 177 70 39,6 22 12,4 62 35,0 7 4,0 16 9,0
Holzhsn. 264 41 15,5 13 4,9 56 21,2 144 54,6 10 3,8
Reddighsn. 451 303 67,2 46 10,2 26 5,8 6 1,3 70 15,5
Briefwahl 226 64 28,4 23 10,2 99 44,0 18 8,0 21 9,3
Gesamt: 1903 573 30,3 160 8,5 777 41,1 194 10,3 187 9,9

Mehr zur Wahl, eine umfassende Analyse und vor allem die Stimmen der Gewinner, lesen Sie in der Montagausgabe der Frankenberger Zeitung.

Bilder vom FZ-Wahlforum sehen Sie hier:

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