MGV Röddenau besteht seit 140 Jahren

Stimmgewaltiges Geburtstagskonzert

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Zum großen Finale versammelten sich alle Mitwirkenden und sangen gemeinsam den afrikanischen Titel „Siyahamba“.

Frankenberg - Neue Chorkleidung hatten sich die Herren des Röddenauer Männergesangvereins extra für diesen Anlass zugelegt. So leuchteten an diesem Abend die Krawatten in frischem Maigrün auf schwarzen Oberhemden.

„Wir sind der älteste Verein im Ort“, stellte der Vorsitzende des MGV, Karl-Heinz Huhn, in der voll besetzten Röddenauer Kirche fest. „Wir wurden gegründet, als Bismarck Reichskanzler war“. Eine Kette von musikalischen Kostbarkeiten erwartete die Besucher. Mit seinen Gästen -dem gemischten Chor „Cantiamo“, Solisten, dem Singkreis der Evangelischen Kirche und dem Posaunenchor, (alle aus Röddenau) - zeigte der Verein die große musikalische Bandbreite des Ortes in der Kirche.

Unter der kundigen Leitung von Marion Born begüßte der Jubiläumschor die Zuhörer mit dem gefühlvoll vorgetragen Stück „Sanctus“ von Friedrich Silcher. Zwei ruhig und spannungsreich präsentierte Abendlieder folgten: „Wieder geht ein Tag zur Ruh“ von Rudi Kühn und „Abendglocken“ von Franz Abt.

Eine ganz andere Musikrichtung schlugen die Brüder Benedikt und Samuel Huhn ein. Sie ließen das aktuelle Stück „Viva la Vida“ von der Band „Coldplay“ hören. Benedikt Huhn übernahm gekonnt das Geigensolo, begleitet seinem Bruder Samuel mit einer freien Orgelbegleitung.

Ebenfalls unter der Leitung von Marion Born ließ der gemischte Chor „Cantiamo“ Weisen aus dem alpenländischen Raum erklingen. Im dortigen Dialekt gesungen, erfreute der Chor mit „Frag‘mi net“ und „Über‘n See“ von Lorenz Maierhofer und „Herrliche Berge“ von Bepi di Marzi. Dass sie auch anders können, zeigten sie im schwungvoll und rhythmischen Traditional „Rock my soul“. Begeistert klatschten alle mit.

Mit modernen Titeln glänzte der Posaunenchor der evangelischen Kirche Röddenau. Sein Leiter Karl-Heinz Huhn hatte auch gleich sein aktuelles Lieblingsstück einstudiert. Die neuen Klänge des „Vater, deine Liebe“ von dem jungen Komponisten Michael Schütz haben es ihm besonders angetan. Der Chor überzeugte weiter mit dem Titel „I don‘t know, how to love him“ aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber, mit „Beschenkt“ von Matthias Schnabel und mit dem cool und mit dunkler Sonnenbrille vorgetragenen Stück „No name blues“ von Ulrich Nels.

Manchmal glaubte man sich auf einen Jahrmarkt vergangener Zeit versetzt. So zum Beispiel, als der Solist Samuel Huhn das Stück „Sortie“ von Alfred Lefebure-Wely virtuos auf der Orgel dem begeisterten Publikum präsentierte. Mal mit Gitarrenbegleitung aus den eigenen Reihen, mal ergänzt durch Heidi Huhn an der Orgel, präsentierte der Singkreis der evangelischen Kirche unter der Leitung von Uta Jammer frisch und überzeugend seine Lieder.

Frische Note für Volkslied

„Ein Lied soll neu erklingen“ von Klaus Heitzmann, „Only you“ von Vince Clarke und „Möge die Straße“ von Markus Pyllik. „Ich will auch mal mitsingen“, rief Ute Jammer, verließ ihr Dirigentenpult und mogelte sich unter die Sänger, als „This little light“ von Lorenz Maierhofer schwungvoll und ohne Dirigentin erklang.

Dass deutsche Volkslieder keineswegs langweilig sind, bemerkte das Publikum schnell, als der Jubiläumschor humorvoll und frech „Hab mein Wagen vollgeladen“ vonHans L. Heinrichs anstimmte. Auch das Spiritual „Roll, Jordan, roll“ von Franz Biebl und „Dank an die Freude“ von Heinrich Stahl brachte die ganze Bandbreite seines Könnens zum Klingen.

Dann wurde es eng vor dem Altar in der Röddenauer Kirche: Alle Mitwirkenden sangen gemeinsam den afrikanischen Titel „Siyahamba“ von Doreen Rao und begeisterten sofort das Publikum in den Bänken mit den schwungvollen Rhythmus.

„Man könnte denken, wir bräuchten uns keine Sorgen zu machen“, stellte Karl-Heinz Huhn abschließend fest, um mit Blick auf die vielen grauhaarigen Sänger zu ergänzen: „Wir brauchen dringend junge Leute, sonst wird es bald keine Feste mehr wie dieses geben“.

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