Christine Ochse in Wiesenfeld sucht Unterstützung für ihre Handarbeiten

Stricken für guten Zweck

Handarbeiten in reicher Auswahl: Eine Sofaecke im Wohnzimmer hat Christine Ochse für ihre textilen Hobbys reserviert. Die Wiesenfelderin handarbeitet dort für soziale Zwecke. Foto: Völker

Wiesenfeld. Beim alljährlichen Weihnachtsbasar des Lebenshilfewerkes Frankenberg sind ihre qualitätvollen Wollsocken, von denen sie dann immer drei Kisten mit 16 Größen in reicher Auswahl vorhält, der Renner und deshalb meistens nach kurzer Zeit ausverkauft. Mehr als zwei Jahrzehnte schon hat Christine Ochse ihre besondere Handarbeits-Begabung in den Dienst gemeinnütziger Zwecke gestellt, das Klappern der Stricknadeln gehört täglich zu ihrem Programm.Nun sucht sie Mitstreiterinnen oder Mitstreiter, die sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützen wollen.

„Material ist genug vorhanden“, sagt die 72-Jährige, „aber ich schaffe es nicht mehr allein. Ich brauche Hilfe beim Handarbeiten, damit ich mein Angebot im Winter wieder halten kann.“ Sie hofft, dass es vielleicht weitere interessierte Handarbeiterinnen gibt, die sich mit ihr in Verbindung setzen, um für einen sozialen Zweck zu stricken, häkeln oder zu nähen.

Verschiedene Zielsetzungen

Die gebürtige Münsterländerin lebt seit acht Jahre in Hessen, davon drei Jahre in Wiesenfeld, wo sie mit Wilhelm Ochse verheiratet ist. Schon in ihrer früheren Heimat arbeitete sie für das Hilfswerk „Regenbogen-Kinder“. Nach einer schweren Erkrankung vor 20 Jahren war sie wieder gesund geworden und hatte den Entschluss gefasst: „Von jetzt ab werde ich meine Freizeit und mein Hobby in den Dienst einer guten Sache stellen.“ Mit unterschiedlichen Zielsetzungen ist sie diesem Entschluss bis heute treu geblieben.

Sie hat nie aufgeschrieben, wie viel Geld durch ihre Textilarbeiten seitdem insgesamt zusammen gekommen ist. Aber allein beim Weihnachtsbasar des Frankenberger Lebenshilfewerkes 2011 waren es 600 Euro, die sie mit ihren Wollsocken, Topflappen und Häkeldecken als Spende erwirtschaften konnte - für sie ein absoluter Rekordbetrag.

Als aktives Mitglied des evangelischen Frauenkreises Wiesenfeld hat sie in jüngster Zeit auch einen Teil ihres Erlöses für die Renovierung der gotischen Johanniterkirche zur Verfügung gestellt.

Sie bot ihre Handarbeiten mit eigenen Ständen beim Altenclub, zum Bottendorfer Jahrhundertfest 2010, beim letzten Wiesenfelder Kräutermarkt und beim Jubiläumsfest der Klosterkirche an.

Und die Zeit, die die Handarbeiterin dafür aufwendet? Christine Ochse muss kurz nachdenken. Ungefähr sechs Stunden benötigt sie zum Stricken eines Sockens in Fußgröße 46. „Etwa 40 bis 50 Stunden pro Woche kommen schon zusammen.“

Da ist im Haushalt Arbeitsteilung gefragt. „Das ist nur zu schaffen, weil man Mann Wilhelm dann mittags kocht“, schmunzelt sie.

Kontakt: Christine Ochse, (06457/668)

Von Karl-Hermann Völker

Quelle: HNA

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