Frankenberg

Student nach Schlägerei vor Gericht

- Frankenberg (da). Weil er einen jungen Mann verprügelt haben soll, musste sich ein junger Mann aus einem Hainaer Ortsteil verantworten.

Der 21 Jahre alte Student muss 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und in zehn Raten insgesamt 250 Euro an das Opfer zahlen. Bereits vor zwei Wochen war ein weiterer Täter zu 80 Arbeitsstunden und einer Geldstrafe von 350 Euro verurteilt worden (FZ berichtete).

Zeugenaussagen zufolge soll der erste Angeklagte am frühen Morgen des 29. November in einer Frankenberger Diskothek auf den Abiturienten eingeschlagen haben. Nachdem der Angreifer von dem Abiturienten abgelassen hatte und von Zeugen zurückgezogen wurde,. soll der junge Mann, der am Montag vor Gericht stand, weiter geprügelt haben. Nach Darstellung des Angeklagten waren die beiden noch im Gerangel. Er habe den Anfang der Auseinandersetzung nicht mit bekommen, aber gesehen, wie der Abiturient mit einer Flasche nach dem 21-jährigen schlug. Beide hätten aufeinander gelegen. Um seinem Freund zu helfen, habe er den Abiturienten einmal ins Gesicht geschlagen und sei sofort zurückgewichen. „Ich hätte anders reagieren müssen“, gab der Angeklagte zu. „Aber es ging so schnell.“

Diese Darstellung unterschied sich aber von der des Opfers und weiterer Zeugen, darunter zwei Mitarbeiter der Discothek und ein Besucher, die vor zwei Wochen und gestern aussagten, dass die erste Schlägerei schon beendet war.

„Das war aus meiner Sicht erledigt, als die zweite Person hinzu kam“, erläuterte ein 30-jähriger Frankenauer, der an der Theke arbeitete. „Es ist so, wie ich es geschildert habe“; beharrte der Student auf seiner Aussage.

Der Vertreter der Jugendgerichtshilfe riet, den jungen Mann nach Jugendstrafrecht zu verurteilen, weil er zwar „reif und unbelastet“, aber noch abhängig von den Eltern sein. „Das Delikt ist eher jugendtypisch.“ Schädliche Neigungen und kriminelle Energien seien auszuschließen.

Diesem Vorschlag schloss sich Richterin Hülshorst an, während der Vertreter der Staatsanwaltschaft die Anwendung des Erwachsenenstrafrechts gefordert hatte. Allerdings sah Hülshorst nicht die „Nothilfe-Situation“, die der Verteidiger des Angeklagten geschildert hatte.

Kommentare