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Ein Stück Freiheit auf vier Rädern

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Der Höhepunkt der Saisoneröffnungsfahrt: Die mehr als 70 Raptoren-Freunde durften den Edersee auf der Sperrmauer überqueren.

Frankenberg - Mit dem Quad über die Staumauer am Edersee - das war der absolute Höhepunkt der Saisoneröffnung von mehr als 70 Raptoren-Fahrern aus ganz Deutschland. Auf dieses Erlebnis haben die Fahrer seit zwei Jahren gewartet.

Dröhnende Motoren, Benzingeruch und Vorfreude erfüllen die Luft. Mehr als 70 Quads glänzen in der Sonne. Die Fahrer der Yamaha Raptoren sitzen startklar auf ihren Gefährten. Gegen elf Uhr gibt die erste Gruppe Gas und macht sich auf den Weg an den Edersee. 25 Raptoren in rot, schwarz, weiß und blau schlängeln sich durch Frankenbergs Straßen.

Raptoren-Fahrer aus ganz Deutschland haben sich am Wochenende in der Ederstadt getroffen, um mit einer Eröffnungsfahrt gemeinsam in die neue Quadsaison zu starten. Die meisten kennen sich nicht persönlich, wissen nicht einmal die echten Namen der anderen - sie kennen sich aus dem Forum einer gemeinsamen Internetseite, wissen oft nur die dort genutzten Fantasienamen. Die Freude am Quad-Fahren und der Spaß am Schrauben eint die Raptoren-Freunde allerdings.

Diese Freude am Fahren hat Christian Klein seit fast drei Jahren. Der 26-Jährige ist das zweite Mal bei der Eröffnungsfahrt in Frankenberg dabei, hat die Gemeinschaft auch über das Internet-Forum kennen gelernt. In seinen Raptor investiert er viel Zeit und Geld. In den Wintermonaten hat er Stunden in seiner Garage verbracht und an seinem Quad geschraubt. „Hast du auch noch andere Hobbys?“, necken ihn seine Freunde, die genauso viel an ihren eigenen Quads tüfteln und schrauben. Seine persönliche Eröffnungstour hat Christian Klein bereits hinter sich: Die rund 60 Kilometer von Dillenburg bis Frankenberg ist er an diesem Morgen schon gefahren.

Als es in Frankenberg endlich offiziell losgeht, schlängelt der 26-Jährige sich in der ersten Gruppe mit seinem weißen Raptor durch die Stadt hinaus auf die Landesstraßen. In einer Reihe fahren jeweils 25 Raptoren in drei Gruppen durch den Landkreis. Sie genießen den freien Blick auf Felder und Dörfer, während der Wind an der Kleidung reißt und der Boden direkt unter den Füßen vorbeirauscht.

Die Organisatoren der Tour haben eine kurvenreiche Strecke ausgewählt: Über Bromskirchen geht es nach Vöhl, Sachsenberg und Waldeck bis an den Edersee. Für die Fahrer gibt es einige Gelegenheiten, sich in die Kurven zu legen und mit dem Gas zu spielen. Geschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern wirken im Auto langsam - auf dem Raptor fühlt es sich an, als fliege das Quad über die Straßen. Das Blut rauscht in den Ohren, der Wind in der Nase. Freiheit und Natur pur - letztere ist nur nicht schön, wenn der Vordermann durch Kuhmist oder Matschklumpen auf der Straße fährt.

Umso schöner sind die winkenden und lachenden Kinder in den Dörfern, die Erwachsenen, die die ungewöhnliche Kolonne filmen und das Bild, wenn sich mehr als 70 Quads an der Raststätte zum Parken aufreihen. Zwischen Cola und Schnitzel begutachten die Männer und eine handvoll Frauen gegenseitig ihre Maschinen, holen sich Tipps für den nächsten Umbau, fachsimpeln beim Essen über Motoren, Lackierungen und Feintuning. Zwischendurch zücken einige Fahrer die Smartphones und kontrollieren die Wettervorhersage. Denn pünktlich zur Abfahrt zum Höhepunkt des Tages wird es nass: Auf dem Weg zur Edersee-Staumauer prasselt der Regen auf die Helme.

An der Staumauer angekommen, ist der kurze Schauer jedoch schon vorbei und voller Vorfreude reihen die 74 Raptoren-Fahrer sich auf. In Schrittgeschwindigkeit dürfen sie hinter der Feuerwehr aus Frankenau über die Mauer fahren. Dieses Privileg haben laut Heiko Debus, einem der Organisatoren, nur zwei bis drei Gruppen im Jahr. „Wir haben uns vor zwei Jahren schon angemeldet. Und dieses Mal dürfen wir.“ Für ihn ist es - gerade im Jubiläumsjahr des Edersees - ein unvergessliches Erlebnis. Unvergesslich dürfte der Tag auch für einen Tankstellen-Mitarbeiter in Waldeck sein, bei dem sich dutzende Quads nach der Überquerung des Sees zum Nachtanken für den Rückweg einreihten. Über Bad Wildungen, Frankenau und Haina wählten die Raptoren-Freunde ihren Rückweg.

Den Landkreis durchmaßen sie an diesem Tag auf einer Strecke von rund 140 Kilometern, bevor sich viele Teilnehmer noch am selben Abend auf einen viel weiteren Heimweg machten: Die Besucher kamen laut Debus aus ganz Deutschland, von Lüneburg bis Ulm. Angefangen hat die Edersee-Tour ganz klein: „Vor vier Jahren sind wir zu sechs losgefahren“, erinnert sich Debus. Heute ermutigt ihn der deutschlandweite Zuspruch nicht nur zur jährlichen Organisation des Saisonauftakts, sondern auch zu einem viertägigen Saisonabschluss am Teichmannsee im September.

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