Lindenhof: Ernst Peter Rade päppelt Tiere wieder auf

Stürme setzen Vögeln zu

+
Ernst Peter Rade bei der Fütterung: Zu den Tieren, die er derzeit in der Wildvogelstation in Lindenhof betreut, zählt auch ein Uhu (kleines Bild).Fotos: Adel

Hatzfeld-Lindenhof - In der Wildvogel-Station von Ernst Peter Rade herrscht derzeit Hochbetrieb: Bei Stürmen und Gewittern der vergangenen Wochen sind viele Tiere zu Schaden gekommen, die nun auf dem Lindenhof wieder aufgepäppelt werden.

„Die hier sind in Frankenberg von einem Baum gefallen.“ Ernst Peter Rade zeigt auf zwei junge Turmfalken. Sie waren mit einem Geschwisterchen abgestürzt. „Einer war tot, einer hat einen Beinbruch, einer ist gesund.“ Rade ist optimistisch, dass das Bein wieder heilt, „das wird wohl wieder werden“.

In der Tierarztpraxis seiner Frau sind die Turmfalken und andere Vögel in Kästen untergebracht, um nach und nach gesund und in die Freiheit entlassen zu werden. Etwa eine Sumpfmeise, „die ist schon fast so weit“. Sechs junge Mehlschwalben will Ernst Peter Rade bei einem Landwirt aussetzen, wenn sie gut fliegen können. Auch Mauersegler in unterschiedlichen Altersstufen zählen zu den Patienten. Sie bleiben ebenfalls, bis sie wieder voll flugfähig sind.

Nicht nur Stürme setzen den Tieren zu, auch die Hitze kann sie bedrohen: Etwa wenn Vögel in Dachüberständen nisten und es ihnen dann in der prallen Sonne zu warm wird. „Dann landen sie irgendwo im Hof.“

Zwei Wacholderdrosseln sollen zunächst in einer Voliere untergebracht werden, damit sie selbständig fressen. „Die werden relativ lange bleiben.“ Die Drosseln waren an der Röddenauer Schule von einem Baum gestürzt. Der 77-Jährige und seine Frau betreiben seit mehr als 40 Jahren die Wildvogelpflege- und Auswilderungsstation am Rand des Weilers Lindenhof am Fuße der Sackpfeife, unterstützt und anerkannt von Naturschutzverbänden und Fachbehörden.

Längst zählen nicht nur Greifvögel zu seinen Patienten. In diesem Jahr habe er schon besonders viele Tiere aufgenommen, berichtet er: „Normalerweise bekomme ich etwa 100 Vögel im Jahr. Allein im ersten Vierteljahr waren es aber schon über 40. Es ist immens.“

Immer wieder betont Rade dabei auch, viele Tiere würden Opfer einer „technischen Umwelt“. (da)

Kommentare