Zahmes Rudel äst bei Dodenhausen – Damwild erobert die Herzen

Suche  nach Damwild-Besitzer bisher erfolglos

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Beliebtes Fotomotiv: Seit zirka zwei Wochen äst dieses siebenköpfige Rudel Damwild mit dem auffälligen Albino bei Dodenhausen. Die Tiere haben keine Angst vor Menschen.

Dodenhausen. Für Aufsehen sorgt Damwild am Waldrand bei Dodenhausen. Seit Anfang April äsen sieben anscheinend zahme Tiere – darunter ein Albino – rechts oder links der Landesstraße in Richtung Gemünden, ohne sich von Menschen oder Autos sonderlich stören zu lassen.

Dodenhäuser und andere Tierfreunde sind von dem Anblick erfreut – befürchten aber, dass das Wild von Jägern geschossen wird. Das will zum Beispiel der Dodenhäuser Jagdvorsteher Hans Buchner verhindern.

Er kann die Tiere von seinem Balkon aus sehen. Seine Enkel fahren mit den Fahrrädern hin und bringen ihnen Äpfel. Sie sind fasziniert, denn sie können sich bis auf zirka 20 Meter nähern, ohne dass das Rudel wegrennt. Laut Ortsvorsteher Heinrich Schween ist das Wild eine Attraktion. Autofahrer halten am Waldrand.

Eltern besuchen mit den Kindern die Tiere, machen Fotos und drehen Videos. Schween bittet die Tierfreunde, beim Parken und Überqueren der Straße vorsichtig zu sein. „Die Tiere gehen manchmal in aller Ruhe über die Fahrbahn. Selbst Autohupen stört sie da nicht“, schildert Schween. Wo kommen die zahmen Tiere her?

Eine Vermutung der Dodenhäuser, die auch Manfred Albus vom Forstbetrieb Stiftungsforsten Haina teilt: Das Damwild ist aus einem Gatter entwichen. Mitarbeiter seines Forstbetriebs haben die Gruppe mit dem auffälligen Albinotier schon Anfang März bei Frebershausen und bei Fischbach, also weiter nördlich gesichtet.

Das lässt den Schluss zu, dass die Tiere Ende Februar, als Sturm Xynthia wütete, aus einem Gatter entwichen sind. Dieses Gatter könne in einem Umkreis von bis zu 50 Kilometer liegen. Da werde es schwierig, den Besitzer zu ermitteln.

Besitzer muss für den Schaden aufkommen

Damwild wird für die Fleischzucht gehalten, aber auch von Tierfreunden. Ohrmarken trägt das Wild nicht, sagt Albus. Noch gehört das Wild dem Besitzer. Er muss auch für Schäden aufkommen. Allerdings richtet Damwild laut Albus in der Regel kaum Schälschäden an. Landwirte, auf deren Wiesen das Rudel äst, haben sich nach Angaben des Ortsverstehers nicht beschwert.

 Schonzeit für die Tiere endet am 30. Juni Wenn der Besitzer des Damwilds nicht ermittelt werden kann, dann werden die Tiere, wie alles Wild im Wald, „herrenlos“, erläutert Manfred Albus. Sie können dann nach Ende der Schonzeit, die noch bis 30. Juni dauert, geschossen werden.

Das erlegte Wild gehört demjenigen, in dessen Jagdrevier es getötet wurde. Der Forstbetriebsleiter kann sich aber nicht vorstellen, dass die Jäger nun auf den 1. Juli warten, um das Damwild zu erlegen. „Es sind zahme Tiere. Das können viele Jäger aus ethischen Gründen nicht verantworten.“ Zudem gebe es gerade in jüngster Zeit immer mal wieder Damwild in den heimischen Wäldern.

Meist seien es Tiere aus dem Bereich des Nationaparks Kellerwald Edersee. Auch ist es laut Albus fraglich, ob das Rudel sich auf Dauer bei Dodenhausen niederlässt oder weiterwandert.

Außerdem werden die Tiere mit der Zeit verwildern, so wie dies auch bei entwichenen Rindern passiert. Ortsvorsteher Schween, Hans Buchner und viele andere hoffen, dass sich entweder der Besitzer meldet und sie zurückholt, oder dass ein anderer Tierfreund das Damwild in seinem Gatter aufnimmt. (mab)

Schonzeit für die Tiere endet am 30. Juni

Wenn der Besitzer des Damwilds nicht ermittelt werden kann, dann werden die Tiere, wie alles Wild im Wald, „herrenlos“, erläutert Manfred Albus. Sie können dann nach Ende der Schonzeit, die noch bis 30. Juni dauert, geschossen werden.

Das erlegte Wild gehört demjenigen, in dessen Jagdrevier es getötet wurde. Der Forstbetriebsleiter kann sich aber nicht vorstellen, dass die Jäger nun auf den 1. Juli warten, um das Damwild zu erlegen. „Es sind zahme Tiere. Das können viele Jäger aus ethischen Gründen nicht verantworten.“

Zudem gebe es gerade in jüngster Zeit immer mal wieder Damwild in den heimischen Wäldern. Meist seien es Tiere aus dem Bereich des Nationaparks Kellerwald Edersee. Auch ist es laut Albus fraglich, ob das Rudel sich auf Dauer bei Dodenhausen niederlässt oder weiterwandert. Außerdem werden die Tiere mit der Zeit verwildern, so wie dies auch bei entwichenen Rindern passiert.

Ortsvorsteher Schween, Hans Buchner und viele andere hoffen, dass sich entweder der Besitzer meldet und sie zurückholt, oder dass ein anderer Tierfreund das Damwild in seinem Gatter aufnimmt. (mab)

Quelle: HNA

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