Evangelische Kirchengemeinde feiert Jubiläum des Allendorfer Gotteshauses

„Symbol für die Gegenwart Gottes“

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Die neue Kirchenchronik als Geschenk überreichte (von links) Kirchenvorsteherin Anja Henkel an Pfarrer i.R. Erich Dorn, Pröpstin Annegret Puttkammer, Pfarrer Gerald Rohrmann, Pfarrer i.R. Gerhard Zimmermann, Bürgermeister Claus Junghenn, Dekan Gerhard Failing, die Pfarrer i.R. Frieder Hotz und Alfred Rührup, Pfarrer Martin Wieschemann. Fotos: Erwin Strieder

Allendorf (Eder) - Vor 50 Jahren wurde die neue Allendorfer Kirche eingeweiht. In einem Festgottesdienst mit 400 Besuchern feierte die evangelische Kirchengemeinde das Jubiläum.

In ihrer Predigt erinnerte die Pröpstin für Nord-Nassau, Annegret Puttkammer aus Herborn, an die weltweiten Ereignisse im Jahr 1965, in dem am 21. Februar der frühere Propst Karl Herbert zur Einweihung der neuen Allendorfer Kirche gepredigt hatte. Sicher sei er auch auf die Jahreslosung von 1965 aus der Apostelgeschichte eingegangen: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen und ihr werdet meine Zeugen sein!“ Das sei in den vergangenen 50 Jahren im Allendorfer Gotteshaus beherzigt worden. Nach Todesfällen sei Angehörigen Trost gespendet, unzählige Kinder seien getauft worden. Jugendliche wurden konfirmiert, Ehen wurden geschlossen. Das Fazit der Pröpstin: „Viele Menschen spürten die Kraft Gottes!“ Auch wenn sich die Kirche durch Renovierungen und technische Neuerungen baulich weiter verändere, so gelte auch in Zukunft, dass sich die Christen weiter unter die Worte der Jahreslosung von damals stellen dürften.

Bürgermeister Claus Junghenn überbrachte die Glückwünsche der politischen Gemeindegremien. 1965 sei die neue Kirche „auf der grünen Wiese“ am Dorfrand errichtet worden, heute stehe sie mitten im Dorf, denn um die Kirche herum seien in den fünf Jahrzehnten viele neue Wohngebiete erschlossen worden.

Der frühere Pfarrer im Kirchspiel Battenfeld, Erich Dorn, bezeichnete die Allendorfer Kirche als ein „in Beton gegossenes Bibelwort“: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns!“ Dekan Gerhard Failing sagte: „Allendorf liebt seine Kirche und darf stolz auf sie sein!“ Das Gebäude werde auch künftig ein „Symbol für die Gegenwart Gottes bleiben“, auch wenn grundsätzlich neue Wege gegangen würden.

Musik und Gesang waren zentrale Bestandteile des Jubiläumsgottesdienstes. Ein „Allianz-Sextett“ aus Bläsern aller drei evangelischen Religionsgruppen eröffneten den Gottesdienst feierlich mit dem „Song of Glory“. Wie zur Einweihung 1965 sang die Gemeinde das Lied „Tut mir auf die schöne Pforte!“ Das Lied „Gott baut ein Haus“ wurde ebenfalls gesungen, es war bereits das Motto eines ökumenischen Kirchenkonzerts vor einigen Wochen. Spontanen Beifall spendete die Gemeinde für die Orgel-Meditation „Falling in Love“ von Larissa Ludwig. Auf der Orgel spielte auch Organistin Reka Mengel. Sie begleitete am Klavier die Lieder des Kirchenchors unter der Leitung von Tatjana Beyer. Der Chor erntete Applaus für „Freut euch alle“ von Johann Sebastian Bach und „Wenn wir das Leben teilen“. „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ lautete der Titel eines imposanten Doppelchors, den der Allendorfer Posaunenchor unter der Leitung von Friedhelm Pfuhl und das Allianz-Sextett bildeten. Alle Besucher erhoben sich am Ende von den Plätzen zum gemeinsamen Gesang des Schlussliedes „Nun danket alle Gott“ – so wie 1965.

Von Erwin Strieder

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