Nach Sturz in Wohra geht es Jungen wieder gut – Viel Lob für Lebensretter Kodym

Talon hatte Schutzengel

Sie können wieder spielen und lachen: (von links) Jeannine Mattheis mit dem geretteten Sohn Talon auf dem Arm und den Töchtern Lenya und Mia sowie Retter Christoph Kodym mit Sohn Jannis und Tochter Malina. Foto:  Paulus

Gemünden. „Das ist das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Da wird einem alles unter den Füßen weggerissen.“ Jeannine Mattheis erinnert sich nicht gerne an den 1. März, sie kann es heute aber unbesorgt tun, weil sie weiß, dass alles gut ausgegangen ist. Als ihr Sohn Talon vor drei Wochen in die Wohra gefallen war, wusste sie das lange nicht. „Als er im künstlichen Koma lag, war da die Ungewissheit: Wie wird das sein, wenn er erwacht?“

Bei der Ehrung für seinen Lebensretter Christoph Kodym gestern in Gemünden springt Talon schon wieder putzmunter durch den Raum, isst Plätzchen und klatscht, als der Landrat eine Rede hält. „Wenn Christoph nicht gewesen wäre, würde Talon heute vielleicht nicht so herumspringen“, sagt seine Mutter. „Talon hatte einen Schutzengel“, sagte Bürgermeister Frank Gleim. „Der Schutzengel heißt Christoph Kodym. Er war zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.“

„In so einer Lage so präzise zu reagieren, ist nicht selbstverständlich.“

Landrat Dr. Kubat

Man könnte sagen, Christoph Kodym hat nur seinen Job gemacht. Der 36-Jährige ist ausgebildeter Rettungsassistent. Früher hat er beim DRK Waldeck-Frankenberg im Rettungsdienst gearbeitet, heute sitzt er in der Leitstelle in Marburg. Die Situation am 1. März war aber auch für ihn keine Routine. „Im Beruf ist man auf so etwas vorbereitet, in der Freizeit ist das was anderes, da ist man den Dingen ausgeliefert“, sagt Kodym, der selbst zwei Kinder hat.

Vater sprang ins Wasser

Als er und Talons Vater Frank Mattheis bei ihrem Spaziergang mit den Kindern damals bemerkten, dass der Junge, der im Juni zwei wird, verschwunden war, liefen sie sofort zur Wohra. Als sie Talon im Wasser entdeckten, sprang sein Vater sofort hinein. „Er hat ihn mir heraus gereicht, und ich habe gleich angefangen, ihn zu reanimieren“, erzählt Frank Kodym. Als Rettungsassistent wusste er, wie man ein Kleinkind beatmen muss. „Ich habe nicht darüber nachgedacht, das lief einfach.“

Talon kam mit einem Rettungshubschrauber in die Kinderklinik nach Marburg, lag zwei Tage im künstlichen Koma. „Nach vier, fünf Tagen konnte man sagen, dass alles wieder gut wird“, sagt seine Mutter. Nach acht Tagen konnte der Kleine die Klinik verlassen. „Wir haben alle jeden Tag gebibbert, wie es Talon geht“, berichtet Margret Pohlmann, Leiterin der Kita Wolkenland. „Am Ende waren alle glücklich.“ Natürlich auch Christoph Kodym: „Was mich am meisten freut ist, dass es Talon wieder gut geht.“

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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