Bottendorf

Tanz in den Mai "wie damals bei Bosshammersch..."

- Burgwald-Bottendorf (jos). Im Jahr des Dorfjubiläums wird in Bottendorf erstmals seit Jahrzehnten wieder ein „Tanz in den Mai“ gefeiert. Organisiert vom Jugendposaunenchor lautet das Motto des Fests „Wie damals bei Bosshammersch...“ Die "Nemphetaler" spielen zum Tanz auf.

Wie in vielen anderen Orten des Frankenberger Landes hat der „Tanz in den Mai“ in Bottendorf eine lange Tradition. Daran will der Jugendposaunenchor am Freitag im Dorfgemeinschaftshaus unter anderem mit Bildern aus dem einstigen Gasthaus Bosshammer erinnern

Die Gaststätte war in ihrem langen Bestehen Mittelpunkt für des dörflichen Lebens. „Dort haben sich auch viele Liebespärchen bei Feierlichkeiten gefunden“, berichtet Hermann Cronau, der am Freitag bei einigen Stücken als Sänger gemeinsam mit Heini Möller und den „Original Nemphetalern“ auftritt. Als Beispiel für eine Liebesgeschichte fällt dem „Bottendorfer Original“ Cronau das Ehepaar Horst und Elisabeth Girke ein, das sich bei Bosshammersch kennen gelernt hat.

Tanz, Theater, Kirmes „Bei Bosshammersch gab es nicht nur die üblichen Versammlungen, sondern dort wurden auch Theaterstücke aufgeführt“, berichtet Hermann Cronau. Schulkinder freuten sich auf das Puppentheater. Höhepunkte waren aber Kirmes, Wintervergnügen und verschiedene Tanzveranstaltungen, die nicht nur am Vorabend des 1. Mai stattfanden. Sophie Seibel berichtet beispielsweise von einer Tradition aus den 30er Jahren, nach der am Ostermontag die Burschen jahrgangsweise von Haus zu Haus zogen und Eier sammelten. Die Mädchen marschierten hinter ihnen.

Gesammelt wurde von Bottendorf nach Wolkersdorf. Man zog weiter „aufs Koppel“ – dies sind Wiesen am Ortsausgang Richtung Ernsthausen. Dort wurden die Eier in Schrittlänge in langer Reihe ausgelegt. Der Jahrgang, der die meisten Eier gesammelt hatte, war Gewinner. Dann ging es wieder zurück nach Bottendorf um bei Bosshammersch die Eier zu backen. Abends war dort traditionell Ostertanz. Tanz war auch zu Weihnachten oder zur Kirmes. Bei der Kirmes fand ein Umzug durch den Ort mit geschmückten Hand- und Leiterwagen statt. Auf dem Hof von Bosshammersch stand auch ein Karusell.

Ebenfalls ein Höhepunkt war das Dorffest mit Umzug von Wolkersdorf nach Bottendorf, weiter durch die Dorf- und Urbachstraße hin zu den Urbachswiesen, der heutigen Schützenstraße. Dort wurde gefeiert und auch sportliche Wettkämpfe fanden statt. Als 1947 der Sportverein um die Sparte Fußball ergänzt wurde, war auch dort kurze Zeit der Sportplatz. Der Spielmannszug Bottendorf übernahm nach seiner Gründung nicht nur den Tanz in den Mai, sondern zog auch am 1. Mai mit Musik und manchmal auch mit Maimann durch die Straßen. Der aus dem Spielmannszug hervorgegangene Musikzug pflegt diese Tradition am Maifeiertag bis heute.

Die Traditionsveranstaltung „Tanz in den Mai“ hat es nach der Schließung des Gasthauses Bosshammer nicht mehr gegeben. Das diesjährige Dorfjubiläum nimmt der Jugendposaunenchor zum Anlass, die Tradition wieder zu beleben. Zum Tanz spielen die „Original Nemphetaler“ auf – eine Blasmusikbesetzung, die zum großen Teil aus Mitgliedern des Jugendposaunenchores besteht. Auf dem Programm der Musiker steht schwerpunktmäßig böhmische Blasmusik in der Tradition des legendären Ernst Mosch.

Zu hören sein werden aber auch bekannte Schlager und Stimmungslieder. Nicht fehlen darf die „Bottendorfer Hymne“. Titel: „Dü mei Heimatderche“. Zwischendurch und zum Schluss legt ein Discjockey Musik verschiedenster Stilrichtungen auf, so dass Besucher jeden Alters auf ihre Kosten kommen.

Der „Tanz in den Mai“ beginnt am 30. April um 20 Uhr im DGH in Bottendorf. Einlass ist ab 19 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Bäckerei Theiß und der Bottendorfer Zweigstelle der Frankenberger Bank zum Preis von vier Euro, Schüler zahlen nur drei Euro. An der Abendkasse ist der Eintritt jeweils einen Euro teurer. Das kulinarische Angebot wird von Thomas Mrazek bereitgestellt.

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