Er fordert eine Entschuldigung der "taz"

Zeitung beleidigt blinden Marburger Fußballer

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Szene aus einem Blindenfußballspiel: Getragene Augenklappen oder Augenbinden gleichen eventuelle Unterschiede in der Sehschädigung unter den Spielern aus.

Marburg. Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), verlangt von der Tageszeitung taz wegen eines „redaktionellen Missgriffs“ eine Entschuldigung. Die Zeitung hatte sich satirisch über den Blindenfußballer Robert Warzecha vom SF Blau-Gelb Marburg geäußert.

Die taz hatte in ihrer Satire-Rubrik „Gurke des Tages“ zur Ankündigung einer Reportage des TV-Senders EinsPlus über den Blindenfußballer Warzecha geschrieben: „Wer immer auch Robert Warzecha ist, dafür braucht es doch keine Fernsehreportage. Der Weg des blinden Fußballers lässt sich doch auch in wenigen Worten nacherzählen: Aua, huch, oh, nanu, uups, oje, hoppla, ach, seufz, o weh – Sorry, Schiri. Ich dachte, Sie wären dieser verdammte Torpfosten!“

Beucher wandte sich in einem Brief an taz-Chefredakteurin Ines Pohl. „Wir sind weder humorlos noch haben wir etwas gegen Satire. In diesem Fall bitten wir Sie, den redaktionellen Missgriff zu tadeln. Niemand soll sagen, er habe das nicht bemerkt“, schrieb Beucher und forderte die taz zu einer Entschuldigung „für die Entgleisung“ auf.

Die taz-Chefredaktion kündigte eine Stellungnahme durch den verantwortlichen Redakteur Michael Ringel an. Ringel antwortete Beucher bereits, dass „wir normalerweise nicht auf Stellvertreter-Empörung reagieren“. Ein Telefonat mit Ringel half Warzecha nach eigenem Bekunden nicht weiter: „Entschuldigt hat er sich bei mir nicht. Er hat in einem neuen Beitrag ja sogar so getan, als hätten wir gemeinsam gescherzt.“ (dpa)

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Quelle: HNA

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