Justus Noll übergibt Unternehmen

Team führt Betonwerke

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Hans-Martin Pohl (rechts) und Jochen Pfeiffer übernehmen die Betonwerke von Justus und Ingrid Noll (von links). Den Namen des Unternehmens behalten sie bei.Foto: Patricia Kutsch

Burgwald-Ernsthausen - Das Betonwerk von Justus Noll in Ernsthausen ist in neue Hände übergegangen: Jochen Pfeiffer und Hans-Martin Pohl führen das Unternehmen seit zwei Monaten. Sie wollen modernisieren und die Produktpalette erweitern.

Justus Noll hat die Betonwerke in Ernsthausen seit den 70er-Jahren geführt. Vor rund einem Jahr zwang eine schwere Krankheit ihn jedoch, seine Arbeit niederzulegen. Seine Frau Ingrid Noll holte sich einen Verwandten von Justus Nolls erster Ehefrau Anneliese zu Hilfe, um das Geschäft weiter führen zu können. Hans-Martin Pohl übernahm die Geschäfte, aktivierte den Betrieb wieder und begann, einen Käufer zu suchen.

In Jochen Pfeiffer fanden Pohl und Noll den Käufer. Der Betonfertigteilbauer, Bautechniker und Betonbaumeister aus Gladenbach-Mornshausen im Landkreis Marburg-Biedenkopf schaute sich den Betrieb genauer an und entschied sich für die Herausforderung. Der 41-Jährige leitete bisher eine Filiale eines Wettbewerbers, seit dem 1. Oktober ist er Geschäftsführer der Betonwerke Noll und hält 75 Prozent der Anteile. Die übrigen 25 Prozent hat Pohl selbst gekauft. Der 63-Jährige lebt in Frankreich, ist seit drei Jahren in Rente und war bei dem Autoreifenhersteller Michelin Direktor für Logistik und Vertrieb in Afrika, Indien und dem Mittleren Osten. „Es ist eine perfekte Symbiose“, sagt der Betriebswirt. Er kümmert sich um die Geschäftsführung, während sein Partner Pfeiffer das technische Wissen in das Unternehmen einbringt.

„Wir wollen den Betrieb modernisieren und umstrukturieren“, sagt Pfeiffer. Im nächsten Jahr stünden einige Investitionen an: Neue Maschinen, der Umbau und die Erweiterung der Produktionshalle, sowie eine Umstrukturierung der Abläufe. „Derzeit produzieren wir 500 Quadratmeter Bauteile für Decken und Wände“, erklärt Pohl. Durch Veränderungen in den Abläufen und moderne Maschinen will das Geschäftsführer-Team die Kapazität nahezu verdoppeln.

Justus Noll selbst zieht sich komplett aus dem Betrieb zurück. „Ich weiß ja wie das ist. Als junger Mann wollte ich mir auch nicht von anderen vorschreiben lassen, wie ich meine Arbeit machen soll.“ Schließlich hätte sein junger Nachfolger neue Ideen. „Mir ist es nur wichtig, dass die Arbeitsplätze erhalten werden“, sagt Noll. „Mir hat es früher immer wehgetan, wenn Stellen gestrichen werden mussten.“ Die bisherigen elf Angestellten wollen Pohl und Pfeiffer auch weiterbeschäftigen. Zudem wollen sie die Produktpalette erweitern. „Die Bauteile für Decken und Wände bleiben unser Kerngeschäft“, betont Pfeiffer. Sie wollen künftig aber auch Treppen anbieten, und Module für Garagen - auf Kundenwunsch nach Maß angefertigt. „Die Betonwerke sollen ertragreich werden, denn sie sind die Zukunft für Jochen Pfeiffer und seine Familie“, sagt Pohl.

Pohl und Pfeiffer haben von Noll die Produktionshalle, die Halle mit den angrenzenden Büros sowie die Freifläche gekauft. Weitere drei Hallen und ein Wohnhaus stehen laut Noll noch zum Verkauf. Während der rund 40 Jahre, die er die Betonwerke führte, baute er unter anderem mit an den Postgebäuden in Marburg und Frankenberg, an der Blindenstudienanstalt in Marburg, sowie am Hallenbad und der Schule in Battenberg. „Ich freue mich, dass alles, was ich aufgebaut habe, erhalten bleibt - und darauf, dass ich keine Schulden hinterlasse.“

Die Betonwerke Noll beliefern nach Auskunft von Pfeiffer regionale Bauunternehmer und Baustoffhändler in ganz Hessen und bis hinein in den Hochsauerlandkreis. „Die Baubranche boomt. Meiner Auffassung nach geht das so weiter“, blickt Pfeiffer optimistisch in die Zukunft.

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