Technische Hilfen für Ältere

Software-Forscher und ein Altenwohnheim haben in Darmstadt ein Pilotprojekt gestartet, um „intelligente Wohnumgebungen“ von Senioren testen zu lassen.

Dabei gehe es darum, automatische technische Hilfen praktisch zu erproben, sagte der Projektleiter Reiner Wichert vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) am Mittwoch in Darmstadt. Testpersonen seien ein Ehepaar und zwei alleinstehende Bewohner im Wohnpark Kranichstein, sagte der Einrichtungsleiter Uwe Hinze.

Mit technischen Hilfen das Wohnumfeld sicher gestalten

„Als Teilnehmer an dem Forschungsprojekt fühle ich mich sicherer“, sagte der Bewohner Rolf Strohecker (88). Sensoren an den Zimmerdecken registrieren die Helligkeit und Bewegungen, ebenso gibt es eine Sensormatte unter der Schlafmatratze. „Wenn ein alter Mensch nachts aufstehen muss, um auf die Toilette zu gehen, kann ihm schwindlig werden“, erklärte Strohecker. „Dann können Hindernisse auf dem Weg zum Lichtschalter einen Sturz herbeiführen.“ In Stroheckers Appartement gehen automatisch Lichter an, wenn er nachts aufsteht. „Das ist eine große Hilfe“, sagte der Senior.

Wenn der Bewohner außerdem die Wohnungstür öffnet, aber noch die Balkontür oder die Kühlschranktür offen steht oder die Kaffeemaschine angeschaltet ist, melden dies Sensoren und lösen Klingel- und Blinkzeichen neben der Wohnungstür aus.

Mit dem Projekt erproben die Forscher nach den Worten von Wichert nicht nur die neue Steuerungssoftware, sondern auch, wie sie alte Menschen beraten und die „intelligente Wohnumgebung“ an deren Bedürfnisse individuell anpassen können.

Hilfen auf die individuellen Bedürnisse zugeschnitten

Die Möglichkeiten der Anwendung seien vielfältig, erläuterte Wichert. Lichter oder elektrische Geräte könnten ohne Berührung von Schaltern mit Handbewegungen in der Luft gesteuert werden. Ein mit Sensoren ausgestatteter Fußboden könne melden, wenn ein Bewohner gestürzt sei und liegen bleibe. Ein Sensorhemd, das den Herzschlag messe und ein Ohrclip, der den Sauerstoffgehalt des Blutes messe, könnten zusammen ständig unaufdringlich den Blutdruck bestimmen und melden.

Das Projekt im Wohnpark Kranichstein läuft zunächst für drei Monate und wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. (epd)

Quelle: HNA

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