Lebensmittelmarkt schließt

Tegut öffnet am Freitag zum letzten Mal

+
Der tegut-Markt in Frankenberg ist am Freitag zum letzten Mal geöffnet – zumindest am bisherigen Standort. Ob der Markt eine Zukunft an einem anderen Standort in Frankenberg hat, ist derzeit noch offen.

Frankenberg. - Eigentlich sind sich alle einig: Tegut würde gerne auf dem Kugel-Gelände einen neuen Markt bauen, „das wäre auch mein Wunsch“, sagt Bürgermeister Rüdiger Heß und auch Eberhard Unger, dem das Grundstück gehört, sagt: „Tegut wäre mir am liebsten.“ Doch irgendwie hat es bisher noch nicht geklappt. Das Problem: Die Fläche ist zu klein für die Pläne des Lebensmittel-Unternehmens.

Tegut hätte in einem neuen Markt in Frankenberg gerne eine Verkaufsfläche von 1600 Quadratmetern - zudem ausreichend Parkplätze. Beides ist auf dem Kugel-Gelände an der Röddenauer Straße nicht zu realisieren - zumindest nicht auf der Fläche, die Ungers Kurhessen-Gewerbebau GmbH gehört.

Sie ist eine Tochter von Unger-Immobilien mit Sitz in Schwalmstadt und hatte das 6000 Quadratmeter große Kugel-Areal 2014 gekauft. Dort ist laut Bürgermeister Heß nur ein Markt mit etwa 1000 Quadratmetern und weniger Parkplätzen möglich. Der bisherige tegut in der Auestraße ist 1100 Quadratmeter groß.

Nachbarn müssten die Privatflächen verkaufen

Die Flächen um das Kugel-Gelände, die Eberhard Unger gerne dazukaufen würde, um ­tegut ausreichend Platz anbieten zu können, gehören Privatleuten, mit denen der Unternehmer bereits vor Monaten verhandelt hatte. Bislang offenbar erfolglos. „Es geht nur, wenn die Nachbarn Privatflächen verkaufen“, sagt auch Heß. „An der Stadt liegt es nicht“, stellt er klar, auch wenn Eberhard Unger erneut feststellte, „die Frankenberger Liste hemmt jegliche ­Entwicklung“. Diese Liste habe auf einen tegut-Neubau aber keinen Einfluss, hatte der Bürgermeister schon vor Monaten erklärt.

Eberhard Unger will die Gebäude auf seinem Gelände jetzt erst mal abreißen. Nebenan in der Auestraße läuft seit Wochen der Ausverkauf für den letzten Öffnungstag am morgigen Freitag. Danach ist - zumindest vorübergehend - Schluss mit tegut in Frankenberg. Von der ­Schließung sind 14 Mitarbeiter sowie die Geschäftsführerin der Filiale betroffen, teilte tegut mit. „Allen wurden Stellen in nahe gelegenen tegut-Märkten im Raum Marburg, Giflitz und Fritzlar angeboten. Die Geschäftsführerin wird voraussichtlich nach Baunatal wechseln“, sagte tegut-Sprecherin Andrea Rehnert.

Den Kunden wird mit einem Plakat im Schaufenster empfohlen, ab August in den Märkten und Korbach und Giflitz einzukaufen. Stammkunden erhielten 4-Euro-Gutscheine für diese beiden Märkte.

Vor einem Jahr hatten Kunden etwa 1000 Unterschriften für den Erhalt des tegut-Marktes in der Auestraße gesammelt. Aktuell würden vereinzelt Kunden ihr Bedauern über die Schließung aussprechen, sagte Andrea Rehnert. „Eine weitere Unterschriftenaktion gab es aber nicht, da wohl deutlich geworden ist, dass tegut gerade wenig Handlungsspielraum hat.“ (jpa)

Kommentare