Rathaus-Chefs waren nicht informiert

Tempo 30 zwischen Frankenberg und Marburg: Bürgermeister verärgert

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Sollen zum Teil wegfallen: Geschwindigkeitsbegrenzungen auf 30 km/h auf der B 252 zwischen Frankenberg und Marburg.

Frankenberg/Marburg. Über die geplante Neuregelung einiger Tempo-30-Zonen auf der B252-Strecke zwischen Frankenberg und Marburg sind die Bürgermeister aus Wetter und Münchhausen im Vorfeld offenbar nicht informiert worden. „Wir haben davon aus der Zeitung erfahren.“

Das sagte Münchhausens Rathaus-Chef Peter Funk (parteilos).

Und auch dessen Amtskollege Kai-Uwe Spanka (parteilos) wusste laut eigener Aussage von nichts.

Zur Erinnerung: Das Verkehrsministerium in Wiesbaden hatte das zuständige Regierungspräsidium in Gießen damit angewiesen, einige Tempo-30-Zonen aufzuheben. Es geht unter anderem um den Wegfall der ganztägigen Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h im Bereich der Bushaltestelle in Niederwetter.

„Sollte das an dieser Stelle tatsächlich so kommen, werden wir dagegen rechtlich vorgehen“, sagte Spanka. Rechtsgrundlage für die Beschränkung an dieser „engen Stelle“ sei schließlich eine Gefahrenlage gewesen. „Hier ist der Gehweg, der häufig von Schulkindern benutzt wird, extrem schmal.“

Mit einer anderen Neuregelung kann sich Spanka dagegen anfreunden: „Dass in Weter die nächtliche Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h am Gewerbegebiet herausgenommen werden soll, ist sicherlich sinnvoll. Hier ist keine durchgehende Wohnbebauung vorhanden“, sagt der Bürgermeister, der sich insgesamt aber sehr über die Vorgehensweise des Ministeriums ärgert: „Wir hatten dem Ministerium im Herbst 2012 eine Liste mit Vorschlägen unterbreitet. Eine Antwort haben wir aber nie bekommen. Jetzt wird über unsere Köpfe hinweg entschieden.“

Spanka hat gestern seinen Unmut bereits beim Ministerium kund getan.

Ähnlich sieht es auch Peter Funk aus Münchhausen. „Es ist nicht okay, dass uns das Ministerium weder informiert noch in die Planungen eingebunden hat“, sagt er.

In Münchhausen soll zwischen Simtshausen und der Einmündung in die Kreisstraße 86 (Abzweig nach Untersimtshausen) kurz vor Todenhausen die nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h aufgehoben werden. Das Ortsschild von Todenhausen soll infolgedessen bis zur Einmündung der K 86 versetzt werden, damit die Anlieger zwischen K 86 und dem Ortseingang Todenhausen trotzdem weiter nachts durch das Tempolimit geschützt sind.

„Es ist interessant, dass das Ministerium das Ortsschild versetzen will. Meines Wissens fällt so etwas immer noch in den Aufgaben- und Hoheitsbereich der Kommunen“, so Funk.

Von Philipp Daum

Quelle: HNA

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