International Magic Tenors in Frankenberg

Tenor-Magie zum Zuhören und Mitmachen

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„Mit 66 Jahren“ – wenige Tage nach dem plötzlichen Tod von Udo Jürgens lieferten die „International Magic Tenors“ eine humorvolle, doch würdige Hommage an den Meister des deutschen Gesangs.

Frankenberg - Wann ist die Ederberglandhalle schon mal Ort eines Tournee-Auftaktes? Die „International Magic Tenors“ erwiesen Frankenberg diese Ehre - und die Gäste dankten mit reichlich Jubel und Applaus.

Frankenberg. Musikalische Höhepunkte Non-Stop, das ist das Motto der „International Magic Tenors“. Ein Anspruch, den die acht Stimmen beim Tour-Auftakt in Frankenberg mit einer bunten Mischung aus Poprhythmen, Rockklassikern deutschen Schlagern, Musicalhits und klassischen Opernarien untermauerten. Dabei erwies sich die Ederberglandhalle als idealer Ort für das musikalische „Warm Up „der acht Stimmen, denn das rundweg begeisterte Publikum ließ sich erst gar nicht lange bitten und klatsche bei erster Gelegenheit unaufgefordert mit. Ab „Love is in the Air“, Nummer drei auf der Setlist, waren die Zuhörer jederzeit zum Mitmachen bereit.

Tenorale Magie lag von Anfang an in der Luft: Bei „Ameno“ von Era bot das internationale Ensemble eine beeindruckende Demonstration seiner Fähigkeiten in Sachen Feindynamik und rhythmischer Perfektion. Als mit besonders warmem Timbre ausgestattete Tenöre bauten Joshua Bellil und Constantine Andronikou den Zuhörern auf den Spuren von Simon und Garfunkel anschließend eine „Bridge over troubled Water“. Der Ire Nikolas Parks eröffnete mit „Whiskey in the Jar“ eine lebhafte choreographierte Huldigung an seine Heimat und sein Lieblingsgetränk. Im Verlauf der zahlreichen Strophen durfte jeder seiner Mitsänger die erste Visitenkarte als Solist abgeben. Im Anschluss an den herrlichen Ensembleklang bei der rührenden Musical-Ballade „You‘ll never walk alone“ amüsierten sich die Musikfreunde bei „La Donna é mobile“ über den komischen Wettbewerb der Tenordiven Constantine Andronikou und Nikolas Parks.

Nachdem auf heitere Weise geklärt war, wer länger aushalten konnte oder das höhere C in den Stimmbändern hatte, ging die musikalische Reise nach Vegas: Dort wandelte William Mulvey mit „She‘s a Lady“, „Sex Bomb“ und „Delilah“ auf den Spuren von Tom Jones, auch wenn das Hemd dabei zugeknöpft blieb. Entspannt an der Bar ging es bei „Volare“ mit Jack Montgomery als Anführer des „Rat Pack“ zu. Mit „Auf uns“ hatte das Vokal-Oktett zuvor eine neue Stimmungsrakete gezündet. Hommage geht auch mit Humor, das stellte die Triofassung von „Mit 66 Jahren“ unter Beweis. Im Verlauf der Erinnerung an den unlängst verstorbenen Udo Jürgens wurde William Mulvey von seinen Kollegen Constantine Andronikou und Riku Rokkanen auf den Arm genommen, während die Kollegen sich im Publikum Damen im passenden Alter für ein Tänzchen aussuchten. Ein Abba- Medley und einer Saturday-Night-Fever-Show auf den Spuren der Bee Gees boten weitere Hits zum Mitsingen und Mitklatschen.

Nach der Pause führte „Wild Rover/An der Nordseeküste“ die Hitliste der Mitmachnummern an. Mit einer virtuos orchestrierten „Bohemian Rhapsody“ und Michael Lawless als Solisten eröffneten die acht Tenöre die zweite Hälfte, die mehr Solo-Nummern und Arien enthielt. Bei „Dein ist mein ganzes“ aus der Operette „Land des Lächelns“ gelang Nikolas Parks der erste gefühlvolle Vorstoß ins Tenor-Kerngebiet. Entsprechend stark war der Beifall für Franz Lehars genreübergreifenden Erfolg, der auch zum Repertoire von Sinatra und Co. gehörte. Frankies musikalisches Statement „My Way“ in der Interpretation seines Stellvertreters Jack Montgomery stand denn auch später auf der Setlist. Wie auch die zweite große Arie „Nessun Dorma“, bei der Joshua Bellil mit warmem, heldischen Timbre überzeugte. Danach war es Zeit für alle im Saal aufzustehen und den großen Chor für Constantine Andronikou zu bilden, der beim „Oh happy Day“ in sakraler Buntglasfensterdeko den Ton angab. Die orchestralen Finessen von John Miles‘ „Music“ bildeten den finalen Höhepunkt des offiziellen Programms.

Die Zuhörer in der Ederberglandhalle hatten aber allesamt noch lange nicht genug und bekamen als Dank für die herzliche Starthilfe in einen vier Monate dauernden Tour-Marathon reichlich Nachschlag: Mit „Laluelu“, „Hey Jude“ und schließlich „Twist and Shout“.

von Armin Hennig

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