Frankenberg

Theologe, Mediziner und Kirchenmusiker: Marc Neufeld vertrtitt Kantor Meyer während dessen Elternzeit

- Frankenberg (jos). Bis vorige Woche hat er noch in einer Schweizer Klinik Patienten behandelt, an diesem Sonntag spielt er erstmals die Orgel der Liebfrauenkirche: Marc Neufeld vertritt Alexander Meyer in dessen Elternzeit als Kantor in Frankenberg.

Die Arbeit in der Akut-Psychiatrie sei zwar sehr spannend gewesen, sagt Marc Neufeld. Doch durch Nachtschichten und Bereitschaftsdienste habe sie ihm kaum noch Zeit gelassen für kreatives Arbeiten. Das habe ihn letztlich dazu bewogen, sich auf eine Stelle als Kirchenmusiker zu bewerben, erklärt der gebürtige Schwabe.

Arzt und gleichzeitig Kirchenmusiker? Jawohl, Frankenbergs neuer Kantor hat gleich mehrere Studiengänge abgeschlossen – neben der Medizin und der Kirchenmusik sogar noch einen Dritten: Marc Neufeld ist auch Theologe.

An der Uni Tübingen war die Theologie Neufelds erstes Studienfach. Doch nach seinem Abschluss habe es in der würtenbergischen Landeskirche gerade keine Vikariats-Stellen gegeben. Also schloss er ein Medizin-Studium an und auch ab.

Als dann 1998 in Tübingen eine Hochschule für Kirchenmusik ihren Betrieb aufgenommen hat, bewarb sich Neufeld um einen Studienplatz – mit Erfolg. Bereits als Zwölfjähriger hatte er angefangen, Orgel zu spielen. Noch zu Schulzeiten legte er die so genannte C-Prüfung für nebenberufliche Kirchenmusiker ab.

An der Lutherkirche in Konstanz sammelte Neufeld erste Erfahrungen als Kantor. Dort haber er unter anderem „Crossover-Veranstaltungen“ initiiert. Dabei sei es um die Zusammenarbeit mit anderen Kulturanbietern und die Verbindung der Musik mit anderen Künsten wie etwa Theater gegangen. „Solche Projekte kann ich mir auch in Frankenberg vorstellen“, sagt Neufeld. Doch zunächst wolle er die erfolgreiche Arbeit von Kantor Alexander Meyer fortführen. Dazu gehört unter anderem die Leitung der Kantorei, des Posaunenchores, der Kinder- und Jugendchöre sowie des Gospelchores.

Eine Stelle anzutreten, die auf 18 Monate befristet ist – das sei für ihn zur Zeit genau das Richtige gewesen, sagt Neufeld. In welche berufliche Richtung es ihm nach dem Gastspiel in Frankenberg veschlägt, ist offen. Das Thema Gemeindepfarrer sei durchaus noch da und auch als Arzt könnte er beispielsweise in der Schweiz wieder anfangen, sagt der 40-Jährige. Zunächst einmal will er sich jetzt allerdings voll auf die neuen Aufgaben in Frankenberg konzentrieren. Sein erster Eindruck von der Stadt: „Eine nette, hessische Kleinstadt, ländlich geprägt und landschaftlich sehr reizvoll gelegen.“

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