Frankenberg

"This Boys" feiern Wiedervereinigung, „Havanna“ feiert Wiederauferstehung

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- Frankenberg (jos). Einen Tag vor Heiligabend haben sich in Frankenberg zwei besondere Ereignisse zugetragen. Live-Musik-Fans hatten die Qual der Wahl, denn ihnen boten sich an zwei unterschiedlichen Orten jeweils einmalige Gelegenheiten.

Für viele Heimkehrer zum Weihnachtsfest nach Frankenberg seit Jahren „gesetzt“ ist ein Besuch im „Havanna“. Doch der einstige Live-Club in der Siegener Straße hat voriges Jahr geschlossen. Wohin also gehen, um die Freunde aus der Schulzeit wieder zu treffen? Ex-„Havanna“-Wirt Torsten Laege schuf zumindest für den traditionell von ihm mit Live-Musik besetzten Tag vor Heiligabend ein überaus attraktives und neues Angebot: Im Dampfmaschinenmuseum bei Schreufa feierte das „Havanna“ am Freitag gewissermaßen Wiederauferstehung – allerdings leider nur für diesen einen Tag.

Ein Besuch beim „Rock unterm Weihnachtsbaum“ lohnte sich nicht nur, um viele bekannte Gesichter unter den Gästen wiederzusehen – denn auch auf der Bühne standen bekannte Leute. Wirt Torsten Laege verschaffte den Frankenbergern mit der Verpflichtung von „Boppin’B“ schon am Tag vor Heiligabend eine wahrlich schöne Bescherung. Die Band aus Aschaffenburg ist spätestens seit ihrem Album „Bop around the Pop“ eine feste Größe im deutschen Showgeschäft. Markenzeichen: Bekannte Popsongs, unter anderem von Sasha, durch den Rock’n’Roll-Fleischwolf drehen und dadurch ungemein partytaugliche Arrangements zu kreieren.

Bei ihrem Gastspiel im Schreufaer Dampfmaschinenmuseum hatten die Musiker allerdings längst nicht nur Coverversionen im Gepäck. Zum Repertoire der Vollblutmusiker zählen ebenso Eigenkompositionen, die durch viel Witz in den oft augenzwinkernden Texten begeistern. Für Begeisterung sorgte in Schreufa auch die Vorgruppe: Als Einheizer hatte Laege die Frankenberger Band „Folxpunk“ auf die Bühne geholt. Das Trio um Frontmann Matthias Richter wusste mit seinen eingängigen Songs und einem krachenden Sound zu überzeugen. Leider hatten die gefährlichen Straßenverhältnisse zur Folge, dass nicht so viele Zuschauer wie erwartet ins Dampfmaschinenmuseum gekommen waren. Trotz allem tummelten sich rund 200 Feierwütige in dem Saal.

Während Frankenberger Taxi-Unternehmen wegen der gefährlichen Glätte auf den Straßen bereits ihren Betrieb eingestellt hatten, wussten in der Frankenberger Kneipe „Barrock“ fünf überaus sichere Spieler ihre Fans zu begeistern: Die einstige Beatles-Coverband „This Boys“ feierte ihre nach einer Aussage „einmalige“ Wiedervereinigung. Die Band mit dem Grammatik-Fehler im Namen besteht aus dem Frankenberger Bluesrock-Trio „Tabacs“, ergänzt um die Sänger Dirk Ullrich und Carsten Hesse, der auch Klavier und Gitarre spielt.

Das Beeindruckende am Auftritt der fünf Musiker war die Tatsache, dass Routine und Sicherheit auf Spielfreude und Begeisterungsfähigkeit trafen. Obwohl sich die Musiker für die „Reunion“ nur wenig Zeit zum Proben genommen hatten, saßen sämtliche Arrangements nahezu perfekt. Aufeinander eingespielt wie eh und je legten Bassist Kai Wagner und Schlagzeuger Tobias Koch ein solides Rhythmus-Fundament, das sich schon in der Trio-Besetzung mit Gitarrist und Sänger Maik Garthe mehr als hören lassen konnte. Als „Tabacs“ touren die drei Musiker bis heute durch die Lande, doch gemeinsam mit Carsten Hesse und Dirk Ullrich waren sie seit Jahren nicht mehr zu hören.

Während Ullrich für die Beatles-Songs zuständig war, brachte Hesse auch Titel von Elvis Presley sowie zahlreiche weitere bekannte Rock’n’Roll-Hits. Nicht fehlen durfte mit „Blue Christmas“ ein Weihnachts-Song. Die Musiker bewiesen nicht nur technisches Können und Spielfreude, sie stellten auch ihre Kondition unter Beweis: Bis in die frühen Morgenstunden unterhielten sie die Gäste im „Barrock“ mit feinster Live-Musik.

Einige Frankenberger Live-Musik-Fans ergänzten ihren Wunschzettel noch an Heiligabend um zwei Dinge: Die Wiedervereinigung der Band „This Boys“ möge nicht einmalig bleiben und der Live-Club „Havanna“ möge nach seiner Schließung im vorigen Jahr noch öfter Wiederauferstehung feiern.

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