Peter Schwering muss Ende Mai gehen

Thonet trennt sich von Geschäftsführer

Frankenberg - Erneuter Wechsel an der Spitze des Frankenberger Traditionsunternehmens: Zum Ende der Probezeit muss Geschäftsführer Peter Schwering den Möbelhersteller wieder verlassen. Seine Aufgabe an der Seite von Peter Thonet übernimmt übergangsweise Karl-Heinz Gloe.

„Gesellschafter und Beiräte haben sich nicht zur Verlängerung des Vertrages entscheiden können“, bestätigte Karl-Heinz Gloe gestern Mittag WLZ-FZ-Informationen, wonach sich Thonet von seinem Geschäftsführer getrennt hat. Peter Schwering hatte am 1. November die Aufgabe des Geschäftsführers übernommen. Er war vom Küchenhersteller Alno zu Thonet gewechselt. Am 31. Mai endet seine Probezeit. Als Grund für die Trennung nannte Gloe „Differenzen in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens“. Konkretisieren wollte der neue, alte Interimsgeschäftsführer die unterschiedlichen Vorstellungen nicht – mit Verweis auf den Wettbewerb.

Neuer Manager gesucht

Gloe hatte bereits 2011 und 2012 an der Seite von Peter Thonet die Geschäfte des weltbekannten Möbelherstellers geführt, nachdem sich das Unternehmen im Januar 2011 nach drei Jahren von Geschäftsführer Roland Ohnacker getrennt hatte. Bereits seit vergangener Woche sei er als „Interimsmanager wieder mit den gleichen Funktionen aktiv wie in den Vorjahren“ und arbeite gemeinsam mit Peter Thonet. Gloe ist für die Bereiche Entwicklung, Produktion, Personal und Finanzen zuständig, Thonet für Vertrieb und Marketing. Nach dem Einstieg von Schwering hatte Gloe den Vorsitz des Beirats der Thonet GmbH übernommen. Seine Rolle als Interimsmanager sei für „begrenzte Zeit“. Thonet mache sich wieder auf die Suche nach einem neuen Spitzenmanager. „Der Prozess wird jetzt wieder neu aufgerollt.“

Trotz der personellen Veränderung ist die Stimmung beim Frankenberger Traditionsunternehmen positiv. „Wir bewegen uns deutlich über Plan trotz des schwierigen Umfelds in der Branche“, sagte Gloe im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die gute Entwicklung führt der Unternehmensberater, der Thonet bereits durch die Umstrukturierung mit der Schließung des Werks I und betriebsbedingten Kündigungen geführt hatte, auf die „Neuorganisation unserer Exportschiene“ zurück. 2011 wurde das Konzept in Österreich verändert, 2012 die Strategie in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. „Das zeigt so langsam Wirkung. Und wir sind sehr optimistisch, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.“ In Zahlen: „Im Export sind wir auf Plan und gut 20 Prozent über Vorjahr.“ Der Auftragsbestand sei sehr erfreulich, „auch wenn es in Deutschland einen Tick mehr sein könnte“.

Garderobe „schlägt ein“

Vor allem der Thonet-Auftritt bei der Möbelmesse in Köln war offensichtlich erfolgreich. „Wir haben zwei, drei neue Produkte vorgestellt, die ganz gut eingeschlagen sind. Und das Gute ist, dass sie auch schnell verfügbar sind.“ Besonders beachtet sei die „neue, alte Garderobe, die wir vorgestellt haben“. Bereits früher hatte Thonet solche Möbelstücke im Angebot. „Jetzt haben wir sie im Klassiker-Design mit Stahlrohr neu präsentiert. Die ist schwer eingeschlagen.“ Besonders freut sich Gloe, dass sie von einem eigenen Designer entwickelt wurde.

Zuversichtlich ist der Interimsmanager auch bei dem Parallel­projekt von Thonet: der Vermarktung des 30000 Quadratmeter großen Geländes des früheren Werks I (FZ berichtete). In dem Thonet-Viertel soll hochwertiger Wohnraum entstehen. „Wir gehen in den nächsten Monaten in die Vermarktungsphase.“ Aktuell stehe das Unternehmen in enger Abstimmung mit Stadt und Planungsbüro. Zeitnah werde ein Antrag auf Änderung des Bebauungsplans gestellt. „Wenn das Gelände als Mischgebiet ausgewiesen ist, kann es losgehen.“ Um ein Haar hätte Thonet bereits 20 Prozent der Fläche verkauft gehabt. „Doch dann gab es einen Rückzieher und der Vertrag ist leider nicht zustande gekommen.“

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