Wohnen und Arbeiten auf industriegeschichtlich bedeutendem Grund · Talkrunde über die Chancen

Thonet wirbt auf Messe für „Quartier“

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Das angedachte Thonet-Quartier in Frankenberg war das Thema einer Talkrunde auf der Gewerbeimmobilienmesse „Expo Real“ in München. Wirtschaftsförderer Siegfried Franke, Thonet-Geschäftsführer Karl-Heinz Gloe, Moderatorin Ulrike Silberberg (Chefredakteurin „Wohnungswirtschaft“), Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß und Regionalmanager Holger Schach diskutierten auch über die wirtschaftlichen Chancen Nordhessens. Foto: pr

Frankenberg - Auf der Expo Real in München, einer der wichtigsten Messen für die Vermarktung von Gewerbe-immobilien, hat Thonet die Vision des Thonet-Quartiers vorgestellt. An einer Talkrunde beteiligten sich auch Bürgermeister Heß und Wirtschaftsförderer Franke.

In München präsentierte sich Thonet auf dem Stand der „NH Projektstadt“, die gemeinsam mit dem Möbelhersteller die Idee des Thonet-Quartiers auf dem Gelände des für die Produktion nicht mehr benötigten Thonet-Werks 1entwickelt hat (FZ berichtete).

„Zukünftig soll das Gelände Raum bieten für Manufakturen und handwerkliches Kleingewerbe, Service- und Dienstleistungen, Kultur-Events, Sport und Freizeit, innovative Aus- und Weiterbildungskonzepte. Daneben sind zeitgemäße und der Thonet-Philosophie entsprechende Wohnkonzepte angedacht“, erklärte Thonet-Geschäftsführer Karl-Heinz Gloe. „Unser größtes Anliegen ist es, die junge Generation anzusprechen. Dabei haben wir nicht nur das Image unseres Unternehmens im Sinn, sondern auch eine weitere Steigerung der Attraktivität Nordhessens.“ Das Quartier werde sich daher aus dem „Thonet Campus“ für Arbeiten und Lernen sowie dem „Thonet Viertel“ für moder-nes Wohnen zusammensetzen.

Von Moderatorin Ulrike Silberberg, der Chefredakteurin der „Wohnungswirtschaft“, befragt, stufte auch Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß die Revitalisierung des ehemaligen Thonet-Werks 1 als wegweisendes Alleinstellungmerkmal für die Stadt ein - zumal das Gebiet sich nur 15 Minuten vom Stadtkern entfernt befindet.

Kleinere Manufakturen

Holger Schach sieht für das Regionalmanagement Nordhessens nur positive Tendenzen durch die Thonet-Initiative: „Arbeitsmarktzahlen und Wirtschaftsstrukturen der Region haben sich bereits nachhaltig verbessert und entwickelt. Die in Frankenberg geplante Thonet-Initiative ist für uns ein weiteres Plus, da sie zusätzliche Perspektiven für Neuansiedlungen bietet.“ In den vergangen Jahren hätten sich bereits Automotive und Logistikunternehmen angesiedelt. Dies habe die Strategie der Cluster-Entwicklung, die bereits mit den lokalen Traditionsunternehmen wie Thonet, Continental, Viessmann und anderen praktiziert werde, weiter unterstützt.

Auch die Arbeitsmarktsituation könne im Rahmen der präsentierten Pläne nur profitieren, unterstrich Waldeck-Frankenbergs Wirtschaftsförderer Siegfried Franke. Schließlich seien aktuell 30 Prozent der Beschäftigten im produzierenden Gewerbe tätig. Die angedachten kleineren Manufakturen sieht er aber nicht nur in der Funktion des Arbeitgebers, sondern auch als sinnvolle Bereicherung des lokalen Wirtschaftsnetzwerkes.

Einhellig vertrat die Runde die Meinung, dass das Projekt mit seinem Variantenreichtum bestens geeignet sei für vielfältige Kooperationen. Parallel biete es zahlreiche Anreize für Investoren, die Wert auf einen Partner mit weltweitem Renommee und engagierte lokale Akteure legen würden. (rou/r)

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