Nur eine Übungsfahrt

THW-Kolonne fuhr mit Blaulicht durchs Obere Edertal

Zwischenstopp: In den Pausen der Kolonnenfahrt wurden zum Beispiel Licht und Reifen überprüft.

Frankenberger Land. Viele Menschen zwischen Frankenberg und Hatzfeld haben sich am Donnerstagabend über Blaulicht-Fahrzeuge auf den Straßen gewundert: Das Technische Hilfswerk aus Frankenberg war auf Übungsfahrt, um das Fahren als Kolonne im geschlossenen Verband zu üben.

Die Fahnen an den Fahrzeugen sind angebracht: Alle haben eine blaue Fahne, das Schlusslicht eine grüne. Alles ist genau geregelt - am ersten und letzten Fahrzeug ist das Blaulicht eingeschaltet. Am Donnerstag um 18.39 Uhr fahren sechs Einsatzfahrzeuge des THW-Ortsverbandes Frankenberg vom Gelände des Katastrophenschutzzentrums in der Auestraße. Diesmal allerdings nicht zu einem Ernstfall: Auf dem Stundenplan steht eine Kolonnenfahrt. „Das Fahren im geschlossenen Verband muss geübt werden“, begründet Zugführer Michael Fröchtenicht das Ausrücken seines Teams in Richtung Oberes Edertal. Ziel sei es, vor allem die Geschwindigkeiten und Abstände einzuhalten.

Das Team des Technischen Hilfswerks Frankenberg, (links) Ortsbeauftragter Alexander Daume sowie (von rechts) Kolonnenführer Till Finger und Zugführer Michael Fröchtenicht.

Bei der Übung ist alles dabei, was das Technische Hilfswerk in Frankenberg an Fahrzeugen hat - vom Mannschaftstransporter bis zum 16-Tonner mit Anhänger. Auch die Feldküche ist an Bord, nur das Bergeräumgerät bleibt in der Garage. 16 ehrenamtliche THW-Helfer sind dabei, Kolonnenführer ist Till Finger. Er sorgt auch für die Einweisung der Fahrer und die Überprüfung der Funkgeräte. Während der Übung kommt nahezu jeder ans Steuer, nach jeder Pause wird gewechselt. Der jüngste Fahrer ist gerade mal 20: Lukas Mittler. „Die Fahrer sollen ein Gefühl dafür bekommen, wann langsamer und wann schneller gefahren werden muss“, erklärt Alexander Daume, der Ortsbeauftragte des THW, den Zweck der Übungsfahrt. In jeder Situation müsse vorausschauend gefahren werden.

Vor allem in geschlossenen Ortschaften mit engen Straßen, an Ampeln, im Kreisverkehr und an Kreuzungen steigt der Adrenalinspiegel der Fahrer. Die Kolonne muss die Ampel oder Kreuzung komplett überqueren, selbst wenn die Ampel wieder Rot zeigt: „Wenn das erste Fahrzeug die Ampel bei Grün passiert, fahren alle. Wir sind ein Fahrzeug“, erklärt Zugführer Fröchtenicht.

Das Problem: Viele Verkehrsteilnehmer haben das aus der Fahrschule längst vergessen. „Die meisten Autofahrer wissen gar nicht, dass die ganze Kolonne ein Fahrzeug ist und pressen sich in kleine Lücken einfach rein. Aber dann lassen wir dieses Auto natürlich rein“, sagt Alexander Daume. Die Verkehrssicherheit geht vor. Der Blick der THW-Fahrer in Rück- und Außenspiegel wird daher schnell zur Gewohnheit. (mjx)

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Quelle: HNA

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